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| 02:33 Uhr

Daraus wird nichts – Pfannkuchen für jedes Tor in der D-Jugend

Der Bäckermeister im Gespräch mit den Jungs – im Hintergrund: Trainer Jens Hobracht und Gaby Strauß.
Der Bäckermeister im Gespräch mit den Jungs – im Hintergrund: Trainer Jens Hobracht und Gaby Strauß. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Sielows D-Junioren spazieren ziemlich glücklich und zufrieden durch die Fußball-Landschaft. Zwar haben sie in ihrer Kreisliga die Runde der besten Zwei in ihrer Staffel verpasst, dennoch dürfen sie sich als Glückskinder fühlen. Georg Zielonkowski/ski1

Weil sie mit Gaby Strauß eine Mannschaftsleiterin im Team haben, die sich selbst als "Mädchen für alles" bezeichnet. Die Trikots für den Wettkampf bereitet sie vor, pflegt den Kontakt zu den Eltern und bei leichten Verletzungen ist sie zuerst zur Stelle, um die Jungs zu trösten. All das, obwohl sie nicht einmal selbst einen Sohnemann im Team hat.

Durch ihren Neffen Stanley Hauptstein kam sie 2011 in Kontakt mit dem Sielower Fußball-Nachwuchs. Und sie blieb den Gelb-Schwarzen treu, obwohl Stanley inzwischen beim FC Energie spielt.

Großen Respekt erfährt Gaby Strauß im Verein speziell auch deshalb, weil sie außer sonntags täglich ab 2 Uhr morgens in der Hannuschka-Backstube steht, damit die Ware pünktlich in den Regalen des Ladens für die Kundschaft bereitliegt. Ein wenig hat sie sogar den Inhaber dieser Bäckerei mit ihrem Fußball-Fieber angesteckt.

So gelang es ihr, Matthias Düpsch davon zu überzeugen, dass die Jungs neu eingekleidet werden müssten. "Ich bin ehrlich, meine Leidenschaft ist der Motorsport. Fußball ist so gar nicht mein Ding. Aber für die Jungs war es mir die Sache wert, weil ich weiß, dass das Geld in den Vereinen grad beim Nachwuchs oft knapp ist", so der hilfsbereite Bäckermeister.

Ihn hatten die kleinen Kicker unlängst besucht, um sich beim Spender für die neuen Trainingsanzüge zu bedanken. Und um gleich mal zu fragen, ob sie denn nicht einmal hinter die Bäckerei-Kulissen schauen dürfen. Prompt wurde der Wunsch erfüllt, sodass den Elf- und Zwölfjährigen der Mund nicht nur einmal vor lauter Staunen offen stand.

Konnten sie sich doch in keinster Weise vorstellen, welch umfangreiche Arbeitsgänge nötig sind, bis die Brote, die Brötchen oder die verschiedenen Kuchensorten im Laden landen. Die wohl lustigste Frage des Vormittags lautete, wozu denn die Badewanne hinten in der Ecke in der Backstube eigentlich da ist. Matthias Düpsch klärte aber gleich schmunzelnd auf, dass dieser große metallene Zuber nichts mit der Reinlichkeit der Angestellten zu tun hat, sondern es sich um eine schon etwas betagte Brotknetmaschine handelt.

Auf einen Vorschlag ihrer Schützlinge wollte Gaby Strauß allerdings nicht eingehen. Meinte doch ein ganz pfiffiger Nachwuchskicker, dass es doch bestimmt eine schöne Sache wäre, wenn Gaby für jedes geschossene Tor dem Schützen einen Pfannkuchen zum nächsten Training mitbringt.

"Ihr sollt zwar schon möglichst viele Tore machen, trotzdem müsst ihr aber immer auch auf euer Gewicht achten. Ihr seid doch Sportler und wollt in der neuen Saison dann auch mal die Zwischenrunde der Kreisliga erreichen. Ich glaube nicht, dass da die ständigen Pfannkuchen die ideale Ernährung darstellen."