ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:44 Uhr

Daniele Negroni
Manchmal muss der Nachwuchs helfen

Daniele Negroni präsentierte am Freitag seine Musik im Blechen Carré.
Daniele Negroni präsentierte am Freitag seine Musik im Blechen Carré. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Sänger Daniele Negroni kommt ins Blechen Carré. Und weil LR-Praktikantin Linda Fan ist, muss sie den Teenie-Schwarm zum Interview bitten.

Linda, 14, Praktikantin bei der LAUSITZER RUNDSCHAU. „Daniele Negroni – den kennt Ihr nicht?“, fragt sie in der Themenrunde am Montag. Die Kollegen sind gefühlt innerhalb von Sekunden gealtert und müssen allesamt zugeben: Nein, den kennen wir nicht. Selbst ihre Oma kenne Daniele Negroni, sagt Linda. Das macht es für die Kollegen nicht einfacher.

Nur gut, dass Linda noch viel mehr weiß, als nur, dass Daniele Negroni seine Haare gern bunt färbt. Schließlich kommt Negroni nach Cottbus, ins Blechen Carré. Linda weiß, dass er Sänger ist, dass er bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitgemacht hat, den zweiten Platz belegt hat, dann ins Dschungelcamp gezogen ist und dort ständig gesungen hat und hart mit dem Zigarettenentzug kämpfen musste. Linda weiß eine Menge über diesen Negroni. Perfekt – sie übernimmt das Interview, entscheidet die dafür offenbar ein paar Jahre zu alte Redakteursrunde. Perfekt, denkt sich ganz offensichtlich auch Linda, zumindest für eine Weile. Dann kommt die Nervosität dazu, seit Mittwoch zittern die Knie, am Freitagvormittag auch der Rest von ihr. Gleich darf sie dem Star fragen stellen. „Ich kriege bestimmt kein Wort raus“, sagt sie kurz vor dem Treffen mit dem Sänger. Dann kommt Lindas Journalistenblut doch zum Vorschein und sie kriegt ein Wort raus, auch zwei, auch drei.

Wahrscheinlich auch, weil Negroni „voll locker“ ist, wie die LR-Praktikantin und Pückler-Gymnasiastin es beschreibt. Und gern auf ihre Fragen antwortet. Dass es kurz nach der Albumveröffentlichung im Mai auch eine Tour geben werde, zum Beispiel. Dass er keine Zeit habe, allzu viel von Cottbus zu sehen, trotzdem aber eine Runde durch die Stadt drehen wolle, dass er immer noch Kontakt zu seinen Mit-Dschungelcampern hat. Dass er gern noch einmal zurück nach Cottbus kommen werde, dass er singe, seit er denken könne. „Wir alle singen, nur die Töne treffen, das ist die Kunst.“

Linda zeichnet die Antworten auf. Gute Idee, soll sich im Anschluss herausstellen. „Ich habe gar nicht gehört, was der geantwortet hat“, sagt sie, Beine und Rest-Linda immer noch zitternd, jetzt auch lächelnd. „Ich sitze vor Daniele Negroni“, habe sie während des Interviews ständig gedacht. Tat sie tatsächlich. Da kann man schon mal lächeln.

Daniele Negroni wird kurz darauf im Blechen Carré Lieder seines neuen Albums vorstellen, mit drei Cottbuser Mini-Zuschauerinnen um die Wette tanzen, Autogramme geben – „voll locker“ eben. Er zeigt dabei auch, dass Lindas Begeisterung für den Ex-Casting- und Dschungelshow-Star gar nicht so unbegründet ist. Und dass sie die Begeisterung mit einigen jungen Cottbuserinnen teilt – während Lindas Zittern langsam verschwindet, zittern gleich Dutzende Teenager ordentlich weiter, während Negroni die Bühne „rockt“, am Freitag mit blau-grünen Haaren.