| 20:15 Uhr

CTK-Kita
„Konkurrenz belebt das Geschäft“

Am Standort des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes soll die CTK-Kita bis Ende 2019 entstehen.
Am Standort des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes soll die CTK-Kita bis Ende 2019 entstehen. FOTO: Daniel Schauff / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum bekommt eine eigene Kita. Für die Kita „Freundschaft“ könnte sich damit einiges ändern. Von Daniel Schauff

168 Kinder sollen in der künftigen Kita am Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) unterkommen. Die Pläne für eine betriebsnahe Kindertagesstätte sind noch einigermaßen frisch – erst in der vergangenen Woche ist das CTK damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Die Zahlen, die das Krankenhaus liefert, leisten Überzeugungsarbeit. Demnach arbeiten am CTK aktuell Eltern von insgesamt 442 Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren, fast 1000 Kinder, deren Eltern am Krankenhaus angestellt sind, sind bis zwölf Jahre alt. Der Bedarf ist also da, und das schon jetzt, lange bevor die Kita wenige Meter vom Klinikum entfernt in Betrieb gehen soll.

Einen Kooperationsvertrag hat das CTK derzeit mit der Kita „Freundschaft“. Cornelia Ohme, Vorstandsvorsitzende des Kita-Trägervereins, bestätigt: Rund 100 Kinder von CTK-Mitarbeitern werden aktuell in der Kita-Freundschaft betreut – von insgesamt 200 Kita- und 250 Hortkindern. Kommt die CTK-Kita, könnte der Partnereinrichtung an der Hufelandstraße ein ordentlicher Teil der betreuten Kinder wegbrechen. Und dabei würde es nicht bleiben: Weniger Kinder würde auch weniger Mitarbeiter bedeuten. Aktuell sind es laut Träger 50 Mitarbeiter in der Kita Freundschaft. „Ja, darüber machen wir uns schon ein bisschen Gedanken“, sagt Cornelia Ohme. Wie genau ihre Kita darauf reagieren wird, sei noch nicht klar. Auch, ob die Konsequenzen wirklich so dramatisch für den Trägerverein werden, müsse man abwarten, sagt sie.

Neben dem CTK ist die Sportbetonte Grundschule eine weiterer Kooperationspartner der Kita, heißt: die Hortbetreuung wird wohl auch den nächsten Jahren gesichert sein. Auf Kita-Ebene müsse man sich aber etwas einfallen lassen, sagt Cornelia Ohme. In Endzeitstimmung will sie aber nicht verfallen: „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt sie. Vielleicht müssten sie und ihre Kollegen künftig noch mehr das Kita-Profil schärfen. Seit Juni ist die Kita die erste „Bewegungskita“ in Cottbus, will Kinder damit frühstmöglich für Sport, Spiel und Bewegung begeistern.

Das Profil der neuen CTK-Kita ist noch ungewiss. Die Trägersuche läuft seit Freitag, bis Januar wolle man im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahren einen geeigneten gefunden haben, heißt es vonseiten des CTK. Die Kita soll nicht nur Mitarbeiterkindern offenstehen und am Standort des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes gebaut werden. Ganz grob könne man mit dem Betriebsstart Ende 2019 rechnen, bestätigt das CTK und betont, dass nicht nur der Nachwuchs Belegschaft im eigenen Unternehmen eine neue Kita in Cottbus rechtfertigt. Immer wieder war die Knappheit der Kita-Plätze in der Stadt Thema der Politik. Erst kürzlich wies der scheidende Sozialdezernent Berdt Weiße (parteilos) gegenüber der RUNDSCHAU auf die Dringlichkeit neuer Plätze hin – nicht zuletzt der Zuzug von Flüchtlingen auch aus anderen Gegenden der Region nach Cottbus lässt die verfügbaren Kita-Plätze immer weniger werden. Das bestätigt auch Cornelia Ohme von der Kita Freundschaft. „Wir haben eher zu wenige Plätze“, sagt sie. Die Lage könne sich mit der neuen Kita nur wenige Meter von ihrem Standort entspannen.

Im gesamten Stadtgebiet gebe es einen erheblichen Mehrbedarf an Krippen- und Kitaplätzen für die nächsten Jahre, betont auch das Carl-Thiem-Klinikum. Damit sei der Bedarf für eine zusätzliche Einrichtung durchaus gegeben.