| 19:09 Uhr

CTK baut Notaufnahme komplett um

Auch ein neuer Haupteingang soll entstehen. Und so könnte er nach den Vorstellungen der Architekten aussehen.
Auch ein neuer Haupteingang soll entstehen. Und so könnte er nach den Vorstellungen der Architekten aussehen. FOTO: CTK
Cottbus. Jeder zweite Patient, der im Carl-Thiem-Klinikum (CTK) aufgenommen wird, kommt über die Notaufnahme. Die soll in den nächsten 12 Monaten komplett umgebaut werden und dann die modernste in Brandenburg sein. Simone Wendler

Schon bald nach seiner Ankunft im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum habe er festgestellt, dass die Notaufnahme in einem unakzeptablen Zustand sei, sagt der neue Geschäftsführer des Klinikums Andreas Brakmann. Ein Warteraum ohne Tageslicht, eine schalterähnliche Annahme, zu wenig Platz. Das Ergebnis sei "ein Geben und Nehmen von Unfreundlichkeit" zwischen Patienten und Personal, weil alle gestresst seien.

Das soll sich jetzt grundlegend ändern. Für zweieinhalb Millionen Euro wird der Notaufnahmebereich komplett umgebaut. Das kündigt Brakmann am Mittwoch an. In einem Jahr soll die neue Notaufnahme die modernste Einrichtung dieser Art in Brandenburg sein. Die Bedingungen für Patienten, wartende Angehörige und das medizinische Personal sollen sich dadurch wesentlich verbessern.

Die Pläne für den Umbau sehen so aus: An den derzeitigen Notaufnahmebereich werden zu beiden Seiten Anbauten gesetzt. Auf der einen Seite entsteht dabei ein neuer großzügig gestalteter Warte- und Annahmebereich für ambulante Patienten. Auf der anderen Seite bringt der Anbau Platz für acht Betten in einem Überwachungsbereich, denn liegend ankommende Patienten und solche, die auf eigenen Beinen kommen, werden künftig in zwei getrennten Bereichen versorgt.

Dazwischen Diagnosetechnik wie Röntgengeräte, die von beiden Seiten genutzt werden kann. Auch die Bereitschaftsambulanz des kassenärztlichen Dienstes, die zurzeit ein Stück entfernt untergebracht ist, soll in die neue Notaufnahme integriert werden, kündigt Brakmann an. "Eine Aufnahmeeinheit für alle, in der die Patienten dann verteilt werden", beschreibt der CTK-Geschäftsführer das Konzept.

Der gesamte Bereich vergrößert sich dabei um etwa 300 Quadratmeter. Neben den speziellen Überwachungsplätzen und dem neuen Wartebereich werden auch zusätzliche Behandlungsräume entstehen.

Die Neugestaltung der Notaufnahme gliedert sich ein in den bereits begonnenen Umbau des gesamten Eingangsbereiches des Schwerpunktkrankenhauses. In Richtung Leipziger Straße entsteht dazu bereits ein Neubau, der künftig hinter dem künftigen Haupteingang eine Aufnahme- und Funktionshalle schafft. Dort werden Verkaufs- und Servicebereiche, ein neuer Küchentrakt, Besucher- und Mitarbeiterrestaurant entstehen.

Der künftige neue Haupteingang ist nur einen Steinwurf von der Notaufnahme entfernt. Daneben, so Brakmann, wird außerdem ein Parkhaus gebaut mit 340 Stellplätzen. Im Herbst 2016 soll alles fertig sein.

Der gesamte Komplex ist eine enorme finanzielle Herausforderung für das Klinikum. Allein das neue Eingangsgebäude und der Umbau benachbarter Bereiche kosten 53 Millionen Euro. Dafür, so Brakmann, gebe es keine Fördermittel mehr, sondern nur noch eine jährliche Investitionspauschale des Landes von 1,5 Millionen Euro.

Der CTK-Geschäftsführer kritisiert diese Hilfe des Landes als unzureichend. Ebenso sei der jährliche Zuschuss von zwei Millionen Euro für den Ersatz von Medizintechnik viel zu gering. Das Cottbuser Krankenhaus sei mit über 2000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Südbrandenburg: "Dazu muss sich das Land auch bekennen."

In den vergangenen Jahren wurden bereits 350 Millionen Euro für die Modernisierung des Krankenhauses ausgegeben, ein großer Teil davon Fördermittel.

Zum Thema:
Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) ist ein Haus der Maximalversorgung für den Süden Brandenburgs. Außer Transplantationen und einigen anderen hoch spezialisierten Eingriffen wird hier das gesamte Spektrum medizinischer Behandlungen angeboten. Mit dem benachbarten, aber eigenständigen Herzzentrum gibt es eine enge Kooperation.Derzeit sind am CTK 2300 Mitarbeiter beschäftigt. 1360 davon sind im Bereich Pflege- und Funktionsdienst tätig, 350 im medizinisch-technischen Dienst. Zur Belegschaft gehören 340 Ärzte. Das CTK befindet sich vollständig in kommunalem Besitz.