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| 19:43 Uhr

Zoll stellt in Brandenburg und Sachsen große Drogenmengen sicher
Lausitz bleibt Drehkreuz für Crystal

 Kleine Tüten mit Crystal Meth liegen vor Säcken mit dem beschlagnahmten Grundstoff Chlorephedrin zur Herstellung der Droge.
Kleine Tüten mit Crystal Meth liegen vor Säcken mit dem beschlagnahmten Grundstoff Chlorephedrin zur Herstellung der Droge. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Cottbus. Die Straftaten im Zusammenhang mit Crystal Meth gehen zwar zurück. Aber der internationale Handel durch die Lausitz floriert weiter. Zollfahnder fordern deswegen mehr Problembewusstsein. Von Christine Keilholz

Crystal Meth bleibt ein großes Problem in der Lausitz. Jedes Jahr zieht der Zoll im deutsch-tschechischen Grenzgebiet große Mengen der Droge aus dem Verkehr. So laufen beim Hauptzollamt Dresden, das die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien kontrolliert, jährlich drei bis vier Kilogramm der Droge auf, die für den deutschen Markt bestimmt sind. Durch die Lausitz verläuft eine der Einfallsrouten, durch die der Stoff nach Deutschland gelangt.

„Bei denen, die an der Grenze kontrollieren, hat Crystal Meth die allerhöchste Priorität“, sagt Thomas Liebel, Zollfahnder aus Nürnberg und Vize-Chef der Deutschen Zollgewerkschaft. 2018 griff der Zoll bundesweit 63 Kilogramm Crystal auf.

Dass der Anteil der durch Sachsen geschmuggelten Ware im Gesamtbild sinkt, lässt darauf schließen, dass sich das Geschäft verschiebt. Mehr und mehr wird über den internationalen Flugverkehr verteilt.

Zollfahnder fordert bei Crystal Meth mehr Problembewusstsein

Die Verbreitung der Droge hat in den Landtagswahlkämpfen 2014 eine große Rolle gespielt. Danach wurde einiges in Bewegung gesetzt, um dem Dreieckshandel zwischen Polen, Tschechien und Deutschland auf die Schliche zu kommen. Sachsen und Bayern setzten durch, dass 2016 die Crystal-Substanz Chlor­ephedrin auf die europäische Verbotsliste gesetzt wurde.

Vergleichsweise klein sind die Funde in Frankfurt (Oder). Dort fand der Zoll 2018 knapp 78 Gramm. Was immer noch viel ist, denn Crystal wird in Dosen im Milligrammbereich konsumiert. Zollfahnder wie Liebel fordern mehr Problembewusstsein: „Was uns fehlt, ist der politische Rückhalt.“