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Idee der Bundesregierung
Cottbusverkehr findet kostenlosen Nahverkehr gut

Kostenlos Tramfahren in Cottbus? Das muss erst einmal finanziert werden.
Kostenlos Tramfahren in Cottbus? Das muss erst einmal finanziert werden. FOTO: Cottbusverkehr
Die Überlegungen der Bundesregierung für einen kostenlosen Nahverkehr in von Autoabgasen belasteten Städten stoßen unterschiedliche Reaktionen. In Cottbus kann man sich das vorstellen. Es würde aber teuer.

„Grundsätzlich ist eine Reduktion der Schadstoffemissionen im Sinne des Klimaschutzes wünschenswert und auch der öffentliche Nahverkehr soll zum Erreichen dieser Ziele beitragen“, sagt Ralf Thalmann, Geschäftsführer der Cottbusverkehr GmbH. Gemeinsam mit der Stadt Cottbus sei man in Gesprächen, ob und wie eine Umsetzung in der Stadt möglich wäre. „Wir stoßen in Cottbus bereits jetzt zu Spitzenzeiten an unsere Kapazitätsgrenzen. Daher stellt sich die Frage der Neubeschaffung von Fahrzeugen vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Überlegungen noch dringender“, gibt Thalmann zu bedenken.

Innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg werden ebenfalls nach Antworten für die zahlreichen offenen Fragen zu einem solchen Schritt gesucht. „Besonders wichtig ist die seriöse Finanzierung eines solchen, kostenfreien Angebots. Diese kann nur gemeinsam mit Stand, Land und Bund geklärt werden“, so Thalmann.

Die Bundesregierung erwägt zur Verbesserung der Luftqualität, Länder und Kommunen bei einem möglichen kostenlosen ÖPNV finanziell zu fördern. Damit soll die Zahl privater Fahrzeuge auf den Straßen verringert werden. Das geht aus einem Brief von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hervor.

Denkbar ist, dass der Bund Städte fördert, die einen kostenfreien Nahverkehr organisieren wollen. Viele Fragen sind jedoch noch offen. Hintergrund der Überlegungen ist zum einen der Druck aus Brüssel. Deutschland droht eine Klage, weil seit Jahren in vielen Städten Grenzwerte für den Ausstoß von Stickoxiden nicht eingehalten werden - diese gelten als gesundheitsschädlich. Daneben drohen in Deutschland gerichtlich erzwungene Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge.

(bob)