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Miss 50plus Germany
Cottbuserin im Miss-50plus-Finale

Manuela Dähne gehört zu den 20 Finalistinnen von „Miss 50plus Germany“.
Manuela Dähne gehört zu den 20 Finalistinnen von „Miss 50plus Germany“. FOTO: Picasa / Manuela Dähne
Cottbus. Manuela Dähne hat sich beim Casting unter rund 1000 Mitbewerbern durchgesetzt. Die Entscheidung fällt am 25. November.

Eine Cottbuserin hat gute Chancen, hierzulande schönste Frau über 50 zu werden. Manuela Dähne (55), Mutter zweier Töchter und zweifache Oma, hatte sich wie rund 1000 andere attraktive Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet in der Aktion des TV-Magazins rtv beworben. Nach einem Live-Casting in Frankfurt/Main stehen jetzt die 20 Kandidatinnen für das Finale am 25. November im Schloss Oldenburg fest. Doch egal, wer von ihnen am Ende Miss 50plus Germany 2018 wird: Die schönste Frau Ostdeutschlands in dieser Altersgruppe ist Manuela Dähne, denn sie ist die einzige Finalistin aus den neuen Bundesländern.

Die 55-Jährige, die bis zum letzten Jahr in der Sandower Hauptstraße ein Reisebüro betrieb, aus dem zwei chinesische Terrakotta-Krieger hinüber zur Oberkirche grüßten, ist vielen Cottbusern bekannt. Inzwischen hat sie den Laden aufgegeben, unterhält aber noch ein kleines Online-Reisebüro ihres Reisewelten Gate49 in Branitz.

Die Teilnahme am Wettbewerb war eine spontane Idee, berichtet Ehemann Jörg Dähne, Sales Coach  bei Mercedes AMG. Seine Reaktion auf den Casting-Erfolg beschreibt er mit „totaler Stolz“. Was er an seiner Frau vor allem schätzt, sind „ihre Natürlichkeit und ihre komplett eigene Art“. Auch die 55-Jährige betont im RUNDSCHAU-Gespräch: „Ich habe mich nicht beworben, um die Schönste im Sinne von Schön zu sein. Für mich hat Schönheit etwas mit ganz persönlicher Ausstrahlung zu tun, damit, wie man sich selbst pflegt und annimmt, auf seine Gesundheit achtet und bewusst lebt.“

Zwar wolle jeder  gesund alt werden, aber viel zu wenige Leute täten etwas dafür. Anders Manuela Dähne. Wenn nicht gerade berufliche Termine anliegen, steht sie jeden Abend von 18 bis 20 Uhr auf ihrem Hometrainer. Außerdem duscht sie seit ihrem 16. Lebensjahr jeden Tag kalt. In Sporttempeln wird man sie aber  vergebens suchen. „Meine große Eiche ist mein Fitnessstudio“, bekennt die Branitzerin.  Da müssen Unmengen  Laub weggebracht und hin und wieder große Äste abgesägt werden. „Und wenn mir meine Klamotten mal nicht mehr passen“, weiß sie, „ich hab’ etwas falsch gemacht.“

Viele von Manuela Dähnes Kleidern sind 20 oder 25 Jahre alt. Gekauft hat sie die meist  in Cottbuser Boutiquen. „Weil ich der Stadt verbunden bin“, erklärt sie. Überhaupt war Mode der einstigen Drebkauerin von früher Jugend an wichtig. Auf einer alten Singer-Nähmaschine hat sie ihren Freundinnen Hosen genäht. Außerdem  hat die gelernte Buchhändlerin und spätere Rehabilitationspädagogin als Mitglied eines  „Volkskunstkollektivs“ Selbstgenähtes auf Modenschauen präsentiert.

Nach der Wende hat sich die damals 28-Jährige mit einer Werbeagentur selbstständig gemacht. 1994 kam eine Reiseagentur hinzu. „Ich habe unter anderem für die Buga, für Döbbrick und den City-Point gearbeitet“, berichtet die Branitzerin. Tagsüber habe sie sich Aufträge beschafft und nachts Schilder beklebt. Ein genauso anstrengendes Unterfangen wie der Hausbau, den sie mit 31 Jahren als alleinstehende Mutter einer zehn- und einer vierjährigen Tochter in Angriff genommen hat.

Angetrieben habe  sie dabei ihr eigener Anspruch. Der hat sie auch dazu gebracht, zu sagen: „Jetzt muss ich noch mal versuchen, Miss zu werden.“ Den Anstoß gab ein Fernseh-Reisebericht, in dem die amtierende Miss 50plus Germany die Städte Marrakesch und Cassablanca vorgestellt hat. „Das wäre eine schöne Aufgabe für mich“, bekennt die Reiseagentur-Inhaberin.

Allen, denen gutes Aussehen und eine positive Ausstrahlung auch im Alter wichtig sind, rät die Miss-Finalistin: „Enscheidend ist der Spaß am Leben und dass man über sich selbst lachen kann.“ Dazu gehört auch, offen auf andere zuzugehen und für andere da zu sein. Diese Eigenschaften wissen nicht nur Manuela Dähnes Kunden und Nachbarn zu schätzen. So kümmert sich die Branitzerin hin und wieder um den jungen Ägypter Nadeer. Dessen ganztagsbeschäftigte Mutter hatte sie im Rathaus kennengelernt. „Ruf mich an, wenn Du Hilfe brauchst“, hatte sie der jungen Mutti spontan angeboten. Daraus ist eine Freundschaft entstanden.

Auch für die Ernährung hat die 55-Jährige ein paar Tipps. So fängt bei ihr jeder Tag mit einem Teelöffel Spreewälder Leinöl an. Auch auf Süßes verzichtet Manuela Dähne beinahe ganz. „Andere knabbern Kekse, wenn sie mit dem Auto im Stau stecken bleiben. Ich habe Möhren dabei“, sagt sie Ansonsten isst sie allerdings ganz normal und am liebsten Deftiges wie Salami mit Knoblauch, Leberkäse und dunkles Brot. Ab 13, 14 Uhr allerdings keine Kohlenhydrate mehr. Mit einer Ausnahme: dem Sonntag.

Im Ort des großen Finales kennt sich Manuela Dähne aus. „Ich habe in Oldenburg zwei Alzheimerkranke betreut“, sagt sie und sieht darin ein gutes Omen für den Gala-Abend im Schloss der holsteinischen Stadt, den Ines Klemmer, Miss Germany 1991, gemeinsam mit dem Anwalt und Fernseh-Schauspieler Ingo Lenßen  moderieren wird.

(Ulrike Elsner)