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| 18:04 Uhr

Denkmalschutz
Cottbuser Ziegelbrennofen wird verfüllt

Der Ziegelbrennofen wird in mehreren Arbeitsschritten abgedeckt.
Der Ziegelbrennofen wird in mehreren Arbeitsschritten abgedeckt. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Teilnehmer unserer Online-Umfrage befürworten den Schritt, Leser dagegen protestieren.

In der Mühlenstraße spielen sich seit zwei Tagen eigenartige Szenen ab. Passanten wandern am Zaun der dortigen Baustelle auf und ab und versuchen, einen Blick durch riesige Planen zu erhaschen und ein letztes Foto des dort gefundenen Mittelalterbrunnens zu schießen. Dieser Ziegelbrennofen wird offenbar inzwischen zugeschüttet. Auf Nachfrage teilt Rathaussprecher Jan Gloßmann mit: „Meines Wissens und laut Zusage des Bauherrn ist am Donnerstag mit der Sicherung und dem Verfüllen begonnen worden.“

Augenscheinlich sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Landesdenkmalamt und Stadt hatten in Absprache mit dem Investor diese Lösung gewählt, um den Ofen für nachfolgende Generationen zu konservieren. In einer Online-Umfrage der RUNDSCHAU haben 57 Prozent der Teilnehmer diesen Schritt unterstützt (Stand Freitagabend). Knapp 15 Prozent finden es schade, dass der Ofen aus dem Blick verschwindet. 28 Prozent finden, man hätte andere Optionen prüfen müssen.

Gudrun und Jurij Koch schreiben in einem Leserbrief: „Wer sich an einem historischen Ziegelbrennofen vergreift, vernichtet ein Stück eigener Vergangenheit.“ Und dieser Akt (zumal aus pekuniären Gründen) wäre frevelhaft. Die Stadt sollte in letzter Minute alle „wirtschaftlichen“ Gründe, die eine nochmalige Bestattung des historischen Zeugen zu belegen versuchen, unbeachtet lassen. Auch Peter Weschke hofft auf eine „Rettung“ des Ofens. Er zeige das technische und handwerkliche  Können unserer Vorväter. Er fordert „Visionen statt Profitmaximierung“ und regt einen „Spendenfonds zur Rettung Technisches Erbe Ziegelbrennofen“ an.

(hil)