Von Andrea Hilscher

Die Empörung war groß: Über Nacht hatte sich ein Waldstück in der Nähe des Sielower Wohnparks in eine wahre Müllhalde verwandelt: Unbekannte hatten eine große Hängerladung voller blauer Müllsäcke abgeladen. Anwohner schalteten unverzüglich das Ordnungsamt ein, doch das musste passen – für die Sauberkeit des Waldes müssen die zuständigen Förster sorgen.

Also landete das Problem bei Marion Vater von der Oberförsterei Cottbus. Sämtliche Cottbuser Wälder sowie die Hälfte der Flächen des Spree-Neiße-Kreises bis hoch nach Neuzelle gehören in den Zuständigkeitsbereich der Oberförsterei. „Wir müssen wöchentlich ausrücken, um illegal entsorgten Müll zur Deponie oder verschiedenen Conainerstandorten zu fahren“, erklärt die Funktionsförsterin. Auch Grünschnitt wird ungehemmt illegal entsorgt. Das frisst Steuergelder und Zeit, die den Waldarbeitern dann wieder  für andere Aufgaben fehlt.

Als Marion Vater von dem Fall in Sielow hörte, nahm sie den Müllberg zunächst in Augenschein. „Eine solche Menge habe ich lange nicht mehr gesehen“, sagt sie.  „Der Sielower Ortsbeirat wollte schon die Jugend mobilisieren, jetzt aber haben wir aufgeräumt.“ Vier Arbeitskräfte waren eine Stunde lang beschäftigt. Linoleum, Styropor, Bauschutt, alte Decken, Farbeimer – „es sieht aus, als habe jemand eine alte Garage entrümpelt“, tippt die Försterin.

Hinweise auf den möglichen Verursacher haben die Waldarbeiter nicht gefunden. „Erfahrungsgemäß ist es aber auch sehr schwer, jemandem etwas nachzuweisen“, sagt Marion Vater. Selbst an sich eindeutige Spuren reichen vor Gericht oft nicht aus, um Müll und Mensch eindeutig miteinander in Verbindung zu bringen.

Wird ein Umweltsünder allerdings auf frischer Tat ertappt, kann es teuer werden: Illegale Entsorgung kann mit bis zu 20 000 Euro geahndet werden. „Da kann man es kaum verstehen, warum die Leute nicht die Deponien nutzen oder die kostenlose Sperrmüllabholung“, sagt Marion Vater.

Künftig, so schätzt sie, werden ihre Entsorgungseinsätze zunehmen. „Wir rechnen mit viel Dachpappe“, sagt sie. Der Landkreis habe die Entsorgungskosten drastisch erhöht. „Das wird der Wald zu spüren kriegen.“