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| 02:37 Uhr

Cottbuser Unternehmer nur mäßig zufrieden

Cottbus. Wie zufrieden sind Lausitzer Unternehmen mit ihrem Standort? Welche Faktoren sind besonders wichtig? Wo haben Kommunen, Land und Bund ihre Hausaufgaben nicht gemacht? In einer groß angelegten Umfrage suchte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus in Südbrandenburg nach Antworten. Andrea Hilscher

Was die Cottbuser Wirtschaft von ihrem Standort hält, präsentierte die IHK kürzlich dem Wirtschaftsausschuss der Stadt. Die Ergebnisse sind durchwachsen. Insgesamt gibt die Wirtschaft dem Standort Cottbus eine Note drei. Gefordert wird unter anderem eine wirtschaftsfreundlichere Verwaltung.

Zwar lag die Rücklaufquote in Cottbus nur bei sechs Prozent, dennoch würden die Antworten von insgesamt 57 Betrieben statistisch relevante Antworten liefern, erklärte Katrin Erb vom zuständigen Fachbereich der Industrie- und Handelskammer. Abgefragt wurden 30 Standortfaktoren wie die Versorgungssicherheit mit Strom, die Erreichbarkeit, Verfügbarkeit von Arbeitskräften, das Image der Region oder die Ausbildungsreife der Jugendlichen.

In einem ersten Schritt fragte die IHK danach, wie wichtig diese Faktoren den Unternehmern sind. Hier nannten die Cottbuser an erster Stelle Punkte wie die Verfügbarkeit von DSL-Anschlüssen, die Erreichbarkeit per Straße (überregional) und das Image der Region. Weniger wichtig erscheinen den Betrieben Fragen des Luftverkehrs, die Erreichbarkeit per Schiene oder die Möglichkeit, Un- oder Angelernte zu finden.

Anschließend mussten die Befragten erklären, wie zufrieden sie mit den jeweiligen Bedingungen in der Stadt sind. "Erst aus der Kombination von Zufriedenheit und Bedeutung können wir erkennen, wo sich Handlungsfelder auftun", so Katrin Erb.

Topwerte geben die Unternehmen der Stadt in puncto Kultur, Sport, Freizeit. Ebenfalls zufrieden sind sie mit der Versorgungssicherheit mit Strom, der Erreichbarkeit über die Straße, dem vorhandenen Wohnraum und den hiesigen Unternehmensnetzwerken

Deutliche Kritik wird an den Altanschließergebühren geübt, an Energiepreisen, der Gewerbesteuer und den Kommunalabgaben. Der Punkt "fehlende Ausbildungsreife der Jugendlichen", der in Südbrandenburg insgesamt für hohe Unzufriedenheit sorgt, liegt in Cottbus nur an Platz zehn der Mängelliste.

Nach Einschätzung der IHK ergeben sich aus den Umfragewerten verschiedene Handlungsfelder. "Bei einigen Fragen muss die Stadtverwaltung aktiv werden, andere Probleme lassen sich nur auf Bundes- oder Länderebene lösen", sagt Katrin Erb von der IHK.

Die anwesenden Stadtverordneten jedenfalls mussten sich ins Stammbuch schreiben lassen, dass die Cottbuser Verwaltung zu wenig wirtschaftsfreundlich ist. Werner Schaaf (SPD), Leiter des Wirtschaftsausschusses: "Interessante Ergebnisse, über die wir sicher in Zukunft ausführlicher diskutieren müssen."