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Cottbuser Uni will Stadtmitte mit Grün-Oasen schmücken

BTU-Mitarbeiterin Christiane Schwarz (links) und Studentin Claudia Sennert (24) präsentieren Entwürfe zur Gestaltung der Fläche am Ostrower Damm/Spreeufer.
BTU-Mitarbeiterin Christiane Schwarz (links) und Studentin Claudia Sennert (24) präsentieren Entwürfe zur Gestaltung der Fläche am Ostrower Damm/Spreeufer. FOTO: Michael Helbig
44 Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) haben in dieser Woche ihre Entwürfe für ein grünes Cottbus vorgestellt. Die Arbeiten sollen nach Auskunft der Landschaftsarchtitektin Christiane Schwarz noch in diesem Sommer in die Tat umgesetzt werden: „Gärten auf ungenutzten Grundstücken – so lautet der Ansatz.“ Von René Wappler

Das Motto prangt über den Entwürfen, die vor dem Eingang zum großen Hörsaal hängen: „Hier ist der Garten!“ Studenten der Stadtplanung und der Architektur stellen zwölf Projekte für die Gestaltung städtischer Grundstücke vor - sechs dieser Ideen wollen die Planer gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung verwirklichen. Ein Überblick:
Franz-Mehring-Straße: Clara Reydet und Frederike Roux nennen ihr Projekt „Looping“ . Der Grund: Sie legen Wege in Form einer Schleife auf einer brachliegenden Fläche an, die nach Auskunft der Uni mit regionaltypischen und seltenen Pflanzen gesäumt wird: Wildwuchs steht im Kontrast zu Gartenvegetation.
Neustädter Platz: Das Projekt von Veerle Verschaeve und Ruth Pofahl heißt „Exit“ . Raus aus dem Alltag, so heißt die Devise der beiden, mit einem Grillplatz, einem Holzdeck, einer Campingdusche - alles öffentlich zugänglich.
Ostrower Damm/Am Spreeufer: Direkt an der Spree planen Karin Petrick und Janine Heinemann Wege und Pflanzen, die als Gesamtkonzept im Blick von oben Form und Farben eines Schmetterlings ergeben sollen.
Elisabeth-Wolf-Straße: Aline Boigk, Jana Marschner und Thomas Mierzwa haben Gemeinschaftsgärten entworfen: Auf einer Fläche von jeweils einem Quadratmeter können die benachbarten Mieter anpflanzen, wonach ihnen der Sinn steht. „Wir hoffen, dass sich viele Kleingärtner beteiligen“ , sagt Aline Boigk.
Sielower Straße: Für den südlichen Beginn der Straße sehen Katja Hohmann und Christian Schreiber das Projekt „Rot“ vor - rote Beete in Kreisform, die das Stadtbild in diesem Bereich farblich auflockern sollen.
Karl-Liebknecht-Straße: Anne Groß und Jörg Conrad wollen die verwilderten Gleisanlagen an der Straße aufwerten - mit einem kleinen Waldstück, mit gekalkten Baumstämmen und Farnen, gepflanzt auf den Schienen.
Begeistert von den Ideen der Studenten zeigt sich Norbert Gafke vom Fachbereich für Grünwesen bei der Cottbuser Stadtverwaltung. „Auf diese Weise können wir städtische Brachflächen in Grün verwandeln.“ Er hofft, dass Sponsoren und Nachbarn die Projekte begleiten. „Die Stadtverwaltung stellt wiederum Arbeitsmittel bereit.“
Zwar sollen die sechs Konzepte nach Auskunft der Landschaftsarchitektin Christiane Schwarz zunächst nur diesen Sommer überdauern. Doch Norbert Gafke blickt bereits in die weitere Zukunft: „Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Motto auch in den kommenden Jahren weiterführen könnten.“
Ursprünglich hatten sich die Studenten auch in Neu-Schmellwitz umgeschaut, um zu erforschen, ob dort ähnliche Projekte umgesetzt werden können. Aus dieser Idee wurde aber nichts. Christiane Schwarz nennt den Grund: „Die Flächen, die in Neu-Schmellwitz in Frage kämen, wären leider für unsere Ansätze zu groß.“
Im Sommersemester werden BTU-Studenten jedoch erneut in Neu Schmellwitz nach Möglichkeiten suchen, ihre Konzepte zu verwirklichen. Bei den Einwohnern dürften sie damit offene Türen einrennen. So hatte Karin Kühl vom Projekt „Zukunft in Neu-Schmellwitz“ bereits im Herbst des vergangenen Jahres erklärt: „Ich denke da nur an die Willi-Budich-Straße und den Schmellwitzer Platz. Schließlich handelt es sich immer noch um den zweitgrößten Stadtteil von Cottbus, den wir nicht vernachlässigen sollten.“ In einer aktuellen Stunde zur Zukunft des Stadtteils in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch dieser Woche warnte auch Bürgervereins-Chef Gottfried Schierack: Im Investitionsplan zur Aufwertung der Brachflächen komme Neu-Schmellwitz im Vergleich deutlich schlechter weg - obwohl dieser Stadtteil der kinderreichste in Cottbus sei (die RUNDSCHAU berichtete).

Hintergrund Weitere Entwürfe
 Neben den Entwürfen für städtische Flächen präsentieren die Studenten auch Pflanz-Ideen für private Grundstücke . Dazu zählen: die Bahnhofstraße 72 und 73, der Ostrower Damm 19, Am Spreeufer 13 sowie die Ecke Deffkestraße/Sielower Straße.