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20 Jahre Cottbuser Turmverein
Jede Menge Leben im Cottbuser Wahrzeichen

Turmvereinsvorsitzender Gilbert Gulben am Verkaufstresen im Turm, wo neben Eintrittskarten und Souvenirs auch regionale Produkte angeboten werden.
Turmvereinsvorsitzender Gilbert Gulben am Verkaufstresen im Turm, wo neben Eintrittskarten und Souvenirs auch regionale Produkte angeboten werden. FOTO: Elsner
Cottbus. Vor 20 Jahren wurde der Cottbuser Turmverein gegründet. Er sorgt dafür, dass Besucher täglich auf die Stadt schauen können. Von Ulrike Elsner

Die Cottbuser nennen ihn liebevoll den „Dicken“. Und tatsächlich gibt es kein anderes Bauwerk in der Stadt, das Geschichte und modernes Leben so eindrucksvoll verbindet wie der im 14. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung erbaute Spremberger Turm. Das Cottbuser Wahrzeichen so herzurichten, dass es Bürgern und Gästen der Stadt wieder zugänglich ist, war Gründungszweck des Cottbuser Turmvereins. Am Montagabend hat der Verein im Cottbuser Sorat-Hotel seinen 20. Geburtstag gefeiert.

Das schönste Geschenk überbrachten Städtische Sammlung und Regia-Verlag mit einer gerade erschienenen reich illustrierten Broschüre, die die Geschichte des Turms mit einem Stadtrundgang verbindet und für drei Euro ab sofort am Verkaufstresen im Turm erhältlich ist. „Die Anregung kam von  Vereinsmitglied Gisela Freitag“, berichtet Museumschef Steffen Krestin. Beide haben gemeinsam die Texte verfasst. Die Bilder kommen aus Stadtarchiv und Stadtmuseum.

Die jüngere Geschichte des „Dicken“ hat zu einem Großteil der Turmverein geschrieben. Vor 20 Jahren als Förderverein gegründet, hat er erreicht, dass die Restaurierung des Turms 1999 beginnen konnte. Im Mai 2000 wurde die Stahlkonstruktion der Turmkrone montiert. Im September 2000 wurde der Turm der Öffentlichkeit übergeben.

Nach dem Ende der Förderung für Gästeführer im Turm war es erst einmal mit regelmäßigen Öffnungszeiten vorbei. Der Turmverein sprang in die Bresche. „Unser Finanzierungskonzept ist aufgegangen“, schätzt Vereinsvorsitzender Gilbert Gulben ein. Es beruhe auf der Unterstützung durch Sparkasse, Sorat-Hotel, Weingut Krause und 25 Bürger sowie einem moderaten Eintrittspreis von zwei Euro. Kinder unter 14 Jahren dürfen den Turm kostenlos, aber nur in Begleitung Erwachsener erklimmen.

Geöffnet ist der Spremberger Turm täglich – sonntags bis mittwochs von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis samstags  von 10 bis 20 Uhr. Im Dezember ist sogar täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. „Das praktizieren wir seit zwei Jahren, und es kommt sehr gut an“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Der Blick auf den festlich beleuchteten Weihnachtsmarkt fasziniere die Leute.

Insgesamt 16 000 Besucher zählt der „Dicke“ im Jahr. Gerade Touristen verschaffen sich gern einen Überblick von oben, bevor sie  auf Erkundungstour gehen. Wie das Gästebuch verrät, kommen die am weitesten gereisten Besucher aus Japan. Auch Chinesen, Amerikaner, Kanadier und Russen haben den  Blick vom Cottbuser Wahrzeichen auf die Stadt schon genossen.

18 Ehrenamtler besetzen die Dienste am Eingangstresen in jeweils zwei Schichten. „Wir sind inzwischen eine Familie geworden“, sagt Gilbert Gulben, „feiern jedes Jahr ein Fest, und bei Whats App gibt es eine sehr aktive Turmgruppe.“ Die jüngste Ehrenamtlerin im Team ist  Julia Fischer mit 19 Jahren, die älteste Gisela Roschlaub mit 79. Erika Maislein hält organisatorisch die Fäden in der Hand.

Ständig wechselnde Fotoausstellungen machen den Turm noch attraktiver. Am Sonnabend, 21. April, 18 Uhr, wird die 17. Ausstellung eröffnet.  Sie ist dem Jubiläum des Turmvereins gewidmet und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum  und dem Stadtarchiv entstanden. Gezeigt werden einmalige und teilweise sehr alte Aufnahmen vom Turm, die teilweise noch nie veröffentlicht wurden.  

So sah es im Jahr 1880 rund um den Spremberger Turm aus.
So sah es im Jahr 1880 rund um den Spremberger Turm aus. FOTO: Stadtmuseum
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