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Cottbuser Tierpark öffnet Sonntag wieder

Impressionen Weihnachtsspaziergang im Cottbuser Tierpark
Impressionen Weihnachtsspaziergang im Cottbuser Tierpark FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach 30 Tagen Pause dürfen Besucher ab Sonntag wieder in den Tierpark. Dort gelten Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest. hil/dst/ue

Die Erleichterung ist allen Beteiligten anzusehen: Die bis zum 18. Februar 2017 gültige Besuchersperre für den Tierpark Cottbus wird ab Sonntag, dem 19. Februar, aufgehoben. Die 30-tägige Zwangspause ist vorbei. Wie der Landkreis Spree-Neiße mitteilte, waren 149 repräsentative Stichproben-Untersuchungen in allen geschützten Bereichen negativ. Weitere tote Wildvögel sind nicht gefunden worden. Positive Befunde im Bereich des Tierparkes sowie im Sperr- und Beobachtungsgebiet um den Tierpark blieben aus.

Entwarnung für den Tierpark gibt es allerdings noch nicht: Die geschützten Bereiche, in denen rund 300 Vögel (zum Teil in einem Foliengewächshaus) gehalten werden, werden weiterhin intensiv klinisch überwacht. Anfang März werden hier erneut Proben genommen. Kranke und verendete Vögel des Tierparks unterliegen noch immer einer Untersuchungspflicht.

Auch wenn der Tierpark wieder für den Besucherverkehr geöffnet sein wird, gelten weiter Schutzmaßnahmen:

Kein Zutritt in die geschützten Bereiche. Beobachtungen sind aber durch Glasscheiben etwa am Stelzvogelhaus möglich.

Fütterungsverbot der Wildvögel, die Futterautomaten sind außer Betrieb.

Flatterband und Vogelscheuchen sollen verhindern, dass immer neue Wildvögel in den Park einfliegen und möglicherweise gefährliche Erreger einschleppen.

Die Tierseuchenallgemeinverfügung für das Gebiet rund um den Tierpark bleibt allerdings bestehen - voraussichtlich bis zum 26. Februar. Es gibt jedoch auch hier erste Lockerungen. So dürfen ab jetzt aus dem Sperr- und Beobachtungsbezirk wieder Vögel und Eier "verbracht" werden.

Im Tierpark herrscht trotzdem große Erleichterung - "nach Wochen des Bangens, Hoffens und vieler Arbeit", wie Tierparkdirektor Jens Kämmerling mitteilt. Pünktlich um 9 wird am Sonntag geöffnet. "Wir bitten alle, ihren vielleicht verschobenen Tierparkbesuch schnell nachzuholen."

Der Tierpark war vor 30 Tagen mit einer Besuchersperre belegt worden, nachdem bei drei toten Enten, die im Außenbereich des Geländes gefunden worden waren, der gefährliche H5N8-Virus nachgewiesen werden konnte.

Probleme der Burger Geflügelzüchter mit der Stallpflicht, über die die RUNDSCHAU berichtet hatte, sind in Potsdam auf offene Ohren gestoßen: Die Vereinsvertreter sind für den kommenden Mittwoch in den Landtag eingeladen worden.

Zum Thema:
Zur Bekämpfung der Vogelgrippe in Deutschland sind inzwischen mehr als eine halbe Million Hühner, Puten und Enten in Geflügelbeständen getötet worden. Von Anfang November 2016 bis Ende Januar betraf dies 391 000 Tiere in Beständen mit nachgewiesener Geflügelpest, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Grünen antwortete. Weitere 154 000 Tiere mussten vorsorglich ohne positiven Befund auf den Erreger H5N8 getötet werden.