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| 18:10 Uhr

Cottbus
Ein Wertstoffhof für den Süden

Symbolischer Spatenstich für den Wertstoffhof an der Hegelstraße: (v.l.) Abfallamtsleiterin Sybille Schneider, Oberbürgermeister Holger Kelch, Torsten Zinke vom Bauunternehmen Strabag, Bürgervereinschefin Kerstin Kircheis, Cottbuser Alba-Chef Klaus Steinacker und Planer Frank Zörner von der BN Umwelt GmbH.
Symbolischer Spatenstich für den Wertstoffhof an der Hegelstraße: (v.l.) Abfallamtsleiterin Sybille Schneider, Oberbürgermeister Holger Kelch, Torsten Zinke vom Bauunternehmen Strabag, Bürgervereinschefin Kerstin Kircheis, Cottbuser Alba-Chef Klaus Steinacker und Planer Frank Zörner von der BN Umwelt GmbH. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die neue Anlage in Sachsendorf soll Anfang Juli öffnen. Von Peggy Kompalla

Was für die einen Müll ist, verstehen die anderen als Wertstoff. Klingt auch besser. Deshalb ist das, was in Sachsendorf an der Hegelstraße entsteht, auch viel eher ein Wertstoffhof. Es ist der dritte in Cottbus. Eigentlich sollte er längst in Betrieb sein. 2016 hieß es ursprünglich. Doch zunächst gestaltete sich die Standortsuche schwieriger als angenommen und dann lief die erste Planung schief. Nun soll der Wertstoffhof am 1. Juli für die Cottbuser seine Tore öffnen. Das verspricht Klaus Steinacker, Chef des Entsorgungsunternehmens Alba in Cottbus. „Auch wenn der Zeitplan sportlich ist, wir bleiben dabei.“

Der Hof wird mit Kosten von etwas mehr als einer Million Euro fast doppelt so teuer. Das hat allerdings nicht unwesentlich mit den gehobenen Ansprüchen an das Projekt zu tun. Die Grundidee war eine Grünschnitt-Annahmestelle für den Süden. Daraus ist nun ein vollwertiger Wertstoffhof geworden, wo kostenlos Grünschnitt und Starkholz, Sperrmüll, Elektrogeräte, Schrott, Asbest, alte Fenster und Teerpappe abgeben werden können. Bequem wird es auch noch. Eine Rampe wird für das Abladen von Grünschnitt und Sperrmüll gebaut.

Der Süden braucht diese Dienstleistung. Davon ist Sybille Schneider überzeugt. Das zeigten nicht nur die langen Schlangen an den beiden Höfen in Dissenchen und Saspow, sondern beteuern auch die Ortsvorsteher aus Groß Gaglow, Gallinchen und Kiekebusch. Die Leiterin des Amtes für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung erklärt: „Wir erhoffen uns damit auch, dass es künftig weniger wilde Ablagerungen geben wird und die Wertstoffschöpfung aus dem Hausmüll noch besser funktioniert.“ Sprich: Wirklich nur Hausmüll in den schwarzen Tonnen landet und nicht etwa Unkraut oder ausgediente Elektrogeräte.

Diese Hoffnung hegt auch Dietmar Schulz (CDU). Als Ortsvorsteher von Gallinchen kennt er die wilden Mülllagerstätten im Süden nur zu gut. „Wir haben immer gesagt, dass ein Wertstoffhof hier wichtig ist. Es gibt nicht nur viele Eigenheimstandorte, sondern auch Wochenendsiedlungen. Deshalb ist es besser, die Entsorgung vor Ort zu organisieren und nicht mit dem Müll durch die halbe Stadt kutschieren zu müssen“, betont er und schiebt hinterher: „Wir sind ja froh, dass Alba diesen Weg mit uns geht. Denn die Stadt hätte das Geld dafür nicht gehabt.“

Das Entsorgungsunternehmen hat die Planung und den Bau sowie den Betrieb des Hofes in der Hand. Für Alba ist das eine Investition in den Standort und wohl auch in die Zusammenarbeit mit der Stadt, die Klaus Steinacker mit Blick zu Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Dienstagnachmittag ausdrücklich lobt. Der Stadthaushalt wird also nicht belastet.

Die Cottbuser werden allerdings indirekt an den Kosten beteiligt – über die Müllgebühren. Das wird sich nach Auskunft von Sybille Schneider erst ab dem Jahr 2019 niederschlagen. Bei ansonsten gleichbleibenden Kosten entspräche dies einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Jahr 2017. „Das sind rund zwei Euro mehr für eine 60-Liter-Tonne bei 14-täglicher Leerung“, hat die Amtsleiterin einst schon dem Umweltausschuss vorgerechnet. Ob es tatsächlich so kommt, sei nicht vorhersehbar. „In die Gebühren werden alle Entsorgungsleistungen eingerechnet. Damit ist auch ein Ausgleich der Kosten möglich“, so Sybille Schneider. Voraussagen seien deshalb unmöglich.

Sollte Alba jemals aus der Entsorgung in Cottbus aussteigen, hat sich die Stadt nach Informationen von Amtsleiterin Schneider ein Vorkaufsrecht für den Wertstoffhof in den Vertrag schreiben lassen.