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Lebensretter gesucht
Cottbuser sucht Lebensretter

Benjamin aus Cottbus sucht nach der Diagnose Blutkrebs den passenden Stammzellenspender. Seine Freundin Melanie steht ihm zur Seite.
Benjamin aus Cottbus sucht nach der Diagnose Blutkrebs den passenden Stammzellenspender. Seine Freundin Melanie steht ihm zur Seite. FOTO: DKMS
Cottbus. Leukämie-Patient Benjamin hofft auf potenzielle Stammzellen-Spender. Von Daniel Schauff

Benjamin will ins Kino, steht vor dem Eingang, wartet in der Schlange. Plötzlich bricht der 26-Jährige zusammen. Gemeinsam mit seiner Freundin Melanie sucht er gleich einen Arzt auf. Kreislaufprobleme, diagostiziert sie – eine Fehldiagnose. Einen Tag nach seinem Zusammenbruch im Kino sucht der junge Cottbuser seine Hausärztin auf. Die nimmt eine Blutprobe. Deren Ergebnis rüttelt Benjamins Welt bis in die Grundfesten durch. Er hat Blutkrebs – Leukämie. Erst in der Klinik erfährt der Cottbuser: Nur ein passender Stammzellenspender kann sein Leben retten.

Benjamin hatte Melanie gerade erst kennengelernt. Ein paar Monate lang darf er sie seine Freundin nennen. Eine tödliche Krankheit wie Leukämie droht, das junge Glück zu zerstören. Melanie aber ist bis jetzt geblieben. Als „brutal“ bezeichnet sie die Neuigkeiten in Benjamins Leben. „Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen“, sagt sie. Benjamin sei selbst sehr hilfsbereit – jetzt müsse er zum ersten Mal lernen, selbst Hilfe anzunehmen.

Die aber muss erst einmal gefunden werden. „Wie viele andere kann Benjamin nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellenspende bereit ist“, erklärt Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Benjamins Eltern haben für den kommenden Sonntag, 19. November, eine Registrierungsaktion organisiert im Familienhaus Cottbus (Am Spreeufer 14 in Cottbus, 11 bis 16 Uhr), in der sich Freiwillige innerhalb von wenigen Minuten in der Spenderdatei aufnehmen lassen können. „Ich würde auf jeden Fall erneut Stammzellen spenden“, sagt der 25-jährige Sebastian aus Cottbus. Er hat vor drei Jahren einer an Leukämie erkrankten Amerikanerin das Leben mit einer Stammzellenspende gerettet. Registrieren lassen hatte er sich bei einer Aktion an der Cottbuser Uni. „Ich fand das eine gute Sache und habe mitgemacht“, sagt Spender Sebastian heute.