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| 19:37 Uhr

Cottbuser Stadtfest beginnt
Ein Wochenende lang Party

 Cocktails, Karussels und gute Laune: Drei Tage lang, von Freitag bis Sonntag, steht die Cottbuser Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Stadtfestes.
Cocktails, Karussels und gute Laune: Drei Tage lang, von Freitag bis Sonntag, steht die Cottbuser Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Stadtfestes. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Cottbua. Von Freitag bis Sonntag hat das Stadtfest die Cottbuser Innenstadt fest im Griff. Für die Schausteller ist das harte Arbeit, fast jedes Wochenende sind sie auf einem anderen Fest. Von Liesa Hellmann

Freunde treffen und Leute beobachten – das haben Jolien, 17, und Romy, 18, beim Stadtfest am Wochenende vor. Romy ist extra aus Berlin angereist, um ihre beste Freundin zu treffen. „Das Stadtfest ist ein Höhepunkt für junge Leute, weil es sonst in Cottbus nicht so viel gibt“, sagt sie. Die beiden haben am Freitag um 15 Uhr schon eine Runde durch die ganze Stadt gedreht, viel sei da noch nicht los gewesen, sagen sie. Nun sind sie auf dem Weg, Freunde zu treffen, um zu feiern, „am besten die ganze Nacht“, wie Romy sagt.

Nicht die ganze Nacht, aber immerhin bis rund 1 Uhr morgens wird auch Katrin Heinz auf dem Stadtfest sein. Die Altenpflegerin aus Zwickau hat ein zeitaufwendiges Hobby: Im Sommer zieht sie von Stadtfest zu Stadtfest und verkauft gefüllte Brote. Gut 500 Brote gehen jeweils am Samstag und Sonntag über die Theke, schätzt sie. Am Freitag haben sie und ihre Kollegen um 9 Uhr mit den Vorbereitungen begonnen, der Teig musste vorbereitet und geknetet, die ersten Brote gebacken werden. Geöffnet ist der Stand bis spät in die Nacht und das von Freitag bis zum Sonntag. „Da weiß man am Montag, was man gemacht hat“, scherzt Katrin Heinz.

 „Wir wollen feiern, am besten die ganze Nacht“, sagt Romy (rechts), die aus Berlin angereist ist, um ihre beste Freundin Jolien beim Stadtfest zu treffen.
„Wir wollen feiern, am besten die ganze Nacht“, sagt Romy (rechts), die aus Berlin angereist ist, um ihre beste Freundin Jolien beim Stadtfest zu treffen. FOTO: LR / Liesa Hellmann

Die Eventgastronomie wandelt sich

Für Yvonne Lehrmann ist die Arbeit auf dem Stadtfest kein Hobby, sie verdient hier ihren Lebensunterhalt. Die Leipzigerin betreibt eine Catering-Firma und ist mit drei Ständen auf dem Stadtfest vertreten. Auf dem Altmarkt verkauft sie Bowle und Cocktails. „Der Renner ist die Erdbeerbowle“, sagt sie. Noch schenkt sie diese in Einwegbechern aus, das solle sich aber bald ändern. „Wir befüllen auch gern die Becher, die die Leute selbst mitbringen“, sagt sie. Die Eventgastronomie sei im Wandel, man wolle weg von den Müllbergen, die Großveranstaltungen, wie das Stadtfest, produzieren.

Lehrmann ist seit Jahren in der Gastronomie tätig, die Arbeit als fahrende Händlerin sei mittlerweile „ein bisschen Familientradition.“ Ihr Mann kommt aus einer Schaustellerfamilie, ihre Eltern waren bereits in der DDR mit Fahrgeschäften unterwegs. Nun treten auch ihre Söhne in das Familienunternehmen ein. „Es ist viel Arbeit, das muss man können, Aber da wir es als Familie gemeinsam machen, geht es“, sagt Lehrmann. Zeit zum Durchatmen gebe es erst im Winter, wenn weniger Feste und Konzerte stattfinden. Und wenn Yvonne Lehmann die Buchhaltung macht: „Das ist meine Entspannung“, sagt sie lachend.

 Katrin Heinz ist zum sechsten Mal mit ihrem Klosterbrot auf dem Oberkirchplatz. Um 9 Uhr hat sie am Freitag mit den Vorbereitungen begonnen.
Katrin Heinz ist zum sechsten Mal mit ihrem Klosterbrot auf dem Oberkirchplatz. Um 9 Uhr hat sie am Freitag mit den Vorbereitungen begonnen. FOTO: LR / Liesa Hellmann

Einschränkungen für die Anwohner

Für Gerhard Regehr, der an der Puschkinpromenade wohnt, ist das Wochenende mit Einschränkungen verbunden. Die Zufahrt über die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße ist bis Sonntag nur Anwohnern mit einem bestimmten Parkausweis gestattet. Den besitzt Regehr jedoch nicht, weil er einen Stellplatz bei seinem Haus hat und nicht auf die öffentlichen Parkplätze angewiesen ist. „Es gibt für mich derzeit keine legale Möglichkeit, mit meinem Auto zu meinem Haus zu fahren“, sagt er. Dennoch freut er sich auf das Wochenende: „Ich finde es gut, dass etwas los ist in der Stadt.“