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Cottbuser SPD fordert hissen der Regenbogenfahne

„Liebe ist bunt“ in Cottbus Mit dem Hissen der Regenbogenfahne auf dem Zentralcampus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sind am Montagvormittag die diesjährigen Aktionswochen des 9. CSD Cottbus für Cottbus und die Niederlausitz eröffnet worden.
„Liebe ist bunt“ in Cottbus Mit dem Hissen der Regenbogenfahne auf dem Zentralcampus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sind am Montagvormittag die diesjährigen Aktionswochen des 9. CSD Cottbus für Cottbus und die Niederlausitz eröffnet worden. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Cottbuser SPD fordert Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) auf, die Regenbogenflagge anlässlich des Christopher-Street-Days (CSD) am Stadthaus hissen zu lassen. Damit reagiert die Partei auf die Ablehnung der Stadtverwaltung, die Fahne am Erich Kästner Platz wehen zu lassen. Peggy Kompalla

Der Cottbuser SPD-Chef Gunnar Kurth erklärt dazu: "Mit dieser Entscheidung bricht Oberbürgermeister Holger Kelch eine viele Jahre währende Tradition, die anlässlich des CSD in Cottbus zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt wurde." Mittlerweile ist die bunte Fahne auch am Stadthaus zu sehen - inoffiziell.

Als Begründung führt die Verwaltung die Flaggenverordnung des Landes Brandenburg ins Feld, die nach einer Entscheidung der Rathausspitze seit dem Jahr 2016 für den Platz gelte. Demnach sind keine Fahnen von Vereinen oder Organisationen erlaubt. Darüber seien die CSD-Verantwortlichen informiert worden, so Stadtsprecher Jan Gloßmann. Zudem fänden Veranstaltungen des CSD im Stadthaus statt und Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) ist Schirmherrin des CSD. "Sie selbst steht auch hinter der Vereinbarung der Rathausspitze", versichert Gloßmann. "Diese Festlegung dient der Vorsorge, dass die Beflaggung am Stadthaus steuerbar bleibt - und nicht Gruppierungen oder Vereine Anspruch erheben können, deren Fahnen dort niemand sehen will."

Die Organisatoren des CSD in Cottbus zeigen sich jedoch über diese Entscheidung irritiert und enttäuscht. In einem offenen Brief schrieben sie: "In den vergangenen Jahren haben wir uns von der Stadt Cottbus stets in unseren Aktivitäten für mehr Vielfalt unterstützt gefühlt. Wir halten die Entscheidung und vor allem die hierzu angeführte Begründung für willkürlich."

SPD-Fraktionschefin Lena Kostrewa sagt: "Eine derartige Entscheidung, die auch eine negative Außenwirkung für unsere Stadt nach sich zieht, sollte gemeinsam mit den Stadtverordneten abgestimmt sein. Dem Oberbürgermeister scheint das Gespür hierfür zum wiederholten Male abhandengekommen zu sein."