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| 19:11 Uhr

Cottbus
Cottbus will weniger Müll machen

 Tasse
Tasse FOTO: LR
Cottbus. Die Stadt will erreichen, dass bei Veranstaltungen weniger Abfall entsteht. Die Agentur Coex unterstützt das Ansinnen. Beim Weihnachtsmarkt soll es erstmals nur Mehrwegtassen geben. Von Peggy Kompalla

Cottbus macht Ernst: Beim Feiern in der Stadt soll weniger Müll gemacht werden. Deshalb wird in diesem Jahr beim Weihnachtsmarkt erstmals Glühwein ausschließlich in Mehrwegtassen statt Wegwerfbechern ausgeschenkt.

In der Vergangenheit haben sich immer mehr Gastronomen freiwillig für Mehrweg entschieden (siehe Grafik). Nun gibt die Stadt gemeinsam mit der Agentur Coex den letzten Schubs. Doch das soll es nicht gewesen sein.

Müllvermeidung liegt im Trend. Das erleichtert die Überzeugungsarbeit. Wie dringend die nötig ist, zeigt die Statistik. So häuft sich während des vierwöchigen Weihnachtsmarkts der größte Party-Müllberg in Cottbus an. Der brachte es im vergangenen Jahr auf rund 19 Tonnen. Dabei war das bereits gut eine Tonne weniger als noch im Jahr zuvor.

Sybille Schneider ist die Chefin des Amtes für Abfallwirtschaft und erklärt: „Wir wollen, dass das Mehrwegangebot schrittweise ausgebaut wird.“ Das sei auch im Vertrag mit Coex festgeschrieben, der bis Ende 2022 gilt. Sprich: Die Stadt macht bei dem Veranstalter zur Bedingung, dass kontinuierlich weniger Müll bei Stadtfest und Co entsteht.

Während beim Weihnachtsmarkt die Mehrwegtassen längst gut akzeptiert sind, gestaltet sich das mit den Mehrwegbechern beim Stadtfest deutlich schwieriger.

Deshalb dringt die Stadt darauf, dass ein Pfandsystem für Kunststoffbecher eingeführt wird. „Und zwar so, dass die Becher an allen Ständen zurückgegeben werden können“, ergänzt Sybille Schneider. Manuela Damm von Coex erklärt: „Beim Stadtfest werden wir teilweise mit Mehrwegbechern arbeiten, aber das funktioniert noch nicht überall.“ Allerdings sei die Agentur bereits mit dem Stadtmarketing im Gespräch, um Mehrwegbecher mit einem Logo zu versehen und damit zu Cottbus-Bechern zu machen. Ein Anreiz mehr, der vielleicht auch zu einer schnelleren Akzeptanz führt.

Darüber hinaus wird bei den großen Veranstaltungen der Stadt künftig der Müll besser getrennt. „In diesem Jahr führen wir die Trennung von Glas und Restmüll ein“, sagt die Amtschefin.

Der Entsorger Alba begrüße diesen Schritt und werde eine Sammelstelle für die Händler bei den Festen einrichten. Selbst Kleinigkeiten zieht die Stadt bei der Müllvermeidung in Betracht. So sollen die Portionspackungen für Senf und Ketchup verboten und auch der Verbrauch von Servietten reduziert werden.

Die Umsetzung des Müllvermeidungskonzeptes hat seine Herausforderungen. Da sind die Kosten für den Einsatz von Spülmaschinen und strenge Hygiene-Vorschriften. „Es müssen die technischen Voraussetzungen wie Wasser- und Abwasseranschlüsse geschaffen werden“, sagt Sybille Schneider. Deshalb ist sie für eine schrittweise Umsetzung. Denn je mehr Menschen das System mittragen, umso besser wird es akzeptiert.