ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:48 Uhr

Cottbus
Cottbuser sollen erzählen

Cottbus. Das Stadtmuseum plant einen multimedialen Stadtführer mit Sportgeschichten. Das Projekt wird Teil der neuen Ausstellung zum Ostsee.

Das Stadtmuseum Cottbus geht raus und macht die Stadt selbst zum Museum. Doch dafür brauchen die Historiker die Hilfe der Cottbuser. Denn Geschichte lebt von Geschichten. Genau die sollen in einem multimedialen Stadtführer erzählt werden. Der wird Teil der Ausstellung „Sportlich auf dem Weg zum Cottbuser Ostsee“, die im nächsten Jahr im Museum gezeigt werden soll. Kurator Tim Köhler wirbt deshalb bei den Cottbusern: „Wir wünschen uns einen kreativen Austausch mit den Leuten.“ Zehn bis 15 Orte sollen gefunden und ihre Geschichten erzählt werden. Der sportliche Stadtrundgang soll selbstredend am Ostsee enden.

Dabei schweben dem Ausstellungsmacher zunächst Audio-Dateien vor. Sprich: Zeitzeugeninterviews. „Diese Interviews können dann auch Teil der Ausstellung werden“, sagt Tim Köhler. „Das ist die Gelegenheit für die Cottbuser, selbst mitzugestalten.“ Denn auf diese Weise könnten sie nicht nur ihre Sicht der Dinge darlegen, sondern auch eigene Schwerpunkte setzen. Der Kurator sucht deshalb Einzelpersonen, aber auch Vereine, die bei dem Projekt mitmachen.

Mit Worten allein soll es nicht getan sein. Museumspädagoge Robert Büschel erklärt: „Wir suchen auch Objekte.“ Große Teile der Sportgeschichtlichen Sammlung seien zwar bereits im Stadtmuseum untergekommen, nachdem sich der Verein aufgelöst hat. „Aber es kann ruhig mehr werden“, versichert Büschel. Er vermutet noch manchen Schatz in den Kellern und auf den Dachböden. „Bevor die Dinge irgendwann verschwinden oder vergessen werden, ist es doch besser, wenn sie zu uns kommen.“

Dabei wolle das Stadtmuseum harte Themen nicht aussparen, versichert der Kurator. „Leistungssport ist hart und tut weh und am Ende wird man möglicherweise nicht mehr wahrgenommen – manchmal sogar trotz Medaillen.“ Aber auch der Breitensport soll seinen Platz in dem Stadtführer bekommen. „Wir wollen Ereignisse, Orte und Personen zusammenbringen.“ Tim Köhler betont: „Es ist uns wichtig, nicht zu viel vorzugeben.“ Das birgt natürlich auch ein Risiko. Aber das ist das Museum bereit einzugehen, zumal sich feste Sportgrößen nicht vermeiden lassen. Dazu zähle etwa das Bootshaus der Kanuten vom ESV Lok RAW, der Olympiastützpunkt, die Städtische Turnhalle an der Jahnstraße und das Stadion der Freundschaft. Robert Büschel erzählt: „Aber auch die Feuerwehrsportler haben uns schon angesprochen.“

Alles soll zum Ostsee führen. Damit blickt das Museum nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn. Wobei der Tagebau und der Heimatverlust durch die Abbaggerung von Dörfern seinen angemessenen Platz in den Erzählungen finden soll.

Die größte Herausforderung für die Museumsleute ist zunächst aber die Zeit. Denn der Stadtführer soll schon Ende des Jahres fertig sein. Damit dürften sie sich selbst ein bisschen wie Sportler fühlen, schließlich arbeiten die fast immer gegen die Zeit.

Kontakt: Das Cottbuser Stadtmuseum ist per E-Mail unter stadtmuseum@cottbus.de oder unter Telefon 0355 6122460 erreichbar.