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Cottbuser sind wissenshungrige Nachtschwärmer

Es muss nicht immer Köpfchen sein: In diesem Fall zählten die Muckies. Bei Vattenfall maßen sich Steve Kürschner (l) und René Kubasch im Armdrücken. Weitere Bilder unter www.lr-online.de/bilder.
Es muss nicht immer Köpfchen sein: In diesem Fall zählten die Muckies. Bei Vattenfall maßen sich Steve Kürschner (l) und René Kubasch im Armdrücken. Weitere Bilder unter www.lr-online.de/bilder. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Rund 5700 Besucher sind Samstagnacht quer durch die Cottbus gepilgert. So viele wie noch nie. Mit Wissenshunger erkundeten sie getreu dem Motto der Nacht der kreativen Köpfe (NdkK) das Handwerk in allen Facetten an 20 Stationen. Die von Arvato aufgestellte Stadtwette meisterte Cottbus locker und verdoppelte das Gebot. Michael Helbig

Die NdkK-Shuttles von Cottbusverkehr drehten bis Mitternacht ihre Runden und chauffierten die Wissenshungrigen durch die Stadt. Zu ihnen zählte Andreas Eulitzer mit seiner Familie. "Wir wollen sieben Stationen schaffen", erzählte er und lobte: "Es gibt viel Interessantes zu sehen. Und die Kinder können sich fast überall selbst ausprobieren." Bei der Dekra verfolgten Hunderte eine beeindruckende Show. Um den Zusammenprall von Auto und Baum bei 50 km/h zu simulieren, wurde ein Auto aus zehn Metern Höhe fallen gelassen. Da war nicht nur Familie Kleemann aus Altdöbern baff. "Erst einmal waren wir ganz schön still. Es ist erstaunlich, was da für Kräfte wirken", sagte Steffen Kleemann nachdenklich.

Hoch hinaus ging es auch bei der Industrie- und Handelskammer: Dort konnten Besucher die Karriereleiter mal an der Hauswand erklimmen. Der Chefposten lag in zwölf Metern Höhe. Derweil führte Schmiedemeister Erhard Merkel aus Friedrichshain auf dem Altmarkt sein uraltes Handwerk vor. Im Apothekenmuseum verriet Annette Schiffner, dass die erste Pillendrehmaschine 1771 erfunden wurde, während die Besucher mühsam per Hand Pillen drehten.

Die Nacht brachte auch was für die Umwelt. Arvato sammelte ausgediente Batterien und machte daraus eine Stadtwette. Eine halbe Tonne sollten die Cottbuser abliefern. Damit das gelang, hatten Diana und Bert Mielke mit ihren beiden Kindern gleich einen ganzen Beutel Altbatterien dabei. "Wir sammeln die sowieso immer und wollen, dass der Oberbürgermeister die Stadtwette gewinnt", sagte der Vater. Das dachten sich viele Cottbuser und so kam gleich die doppelte der geforderten Menge zusammen - eine Tonne. Das beeindruckte Arvato. Jens-Karsten Kubusch verkündete nach Mitternacht: "Wir haben spontan entschieden, statt der 500 Freikarten 1000 Tickets für die Lagune den Cottbuser Schulen und Kitas zu spendieren."