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| 15:17 Uhr

Cottbuser Seeadler nach Zugunfall wieder gesund und frei

Vier Wochen wurde der Seeadler in der Woblitz-Naturschutzstation des Landesumweltamtes Brandenburg gepflegt. Dann ließ ihn Paul Sömmer frei, beobachtet von Praktikant Odin Todtenhöfer, Revierleiter Ulf Wosnizek und dessen Tochter, Ferienkind Johanna (von rechts). Foto: Uckermark Kurier Strehlow
Vier Wochen wurde der Seeadler in der Woblitz-Naturschutzstation des Landesumweltamtes Brandenburg gepflegt. Dann ließ ihn Paul Sömmer frei, beobachtet von Praktikant Odin Todtenhöfer, Revierleiter Ulf Wosnizek und dessen Tochter, Ferienkind Johanna (von rechts). Foto: Uckermark Kurier Strehlow FOTO: Foto: Uckermark Kurier Strehlow
Cottbus/Uckermark.. Sechs Wochen nach seinem Aufprall auf einen fahrenden Zug zwischen Zittau und Cottbus genießt ein vierjähriger Seeadler wieder die Freiheit. Paul Sömmer von der Naturschutzstation Woblitz hat den Greifvogel in der Tangersdorfer Heide am Wochenende in die Natur entlassen. "Er flog sofort los, kreiste kurz über dem benachbarten See, bewegte sich entlang des Ufers, und schon war er weg", sagt Paul Sömmer. "Ich habe ein gutes Gefühl - er wird sicher allein zurechtkommen." René Wappler

Dabei hatten sich die Fachleute vor einigen Wochen noch mit Zweifeln getragen: Zunächst sah es so aus, als würde sich der Seeadler nicht so schnell vom Zusammenstoß mit dem Zug erholen. So sagt auch Paul Sömmer von der Naturschutzstation: "Es grenzt an ein Wunder, dass er noch am Leben ist."

Der Cottbuser Tierarzt Dr. Holger von der Krone hatte den Vogel in Abstimmung mit den Mitarbeitern der Deutschen Bahn auf dem Cottbuser Bahnhof befreit und zunächst in seine Obhut genommen. Anschließend kümmerte sich Ornithologe Silvio Herold um das Tier, gab es zur Untersuchung in eine Berliner Tierklinik - und deren Mitarbeiter stellten mit Hilfe von Röntgenbildern fest, dass sich der Seeadler offensichtlich nicht schwer verletzt hatte.

Daraufhin päppelten ihn die Mitarbeiter der Naturschutzstation in Woblitz weiter auf. Peter Sömmer zeigt sich zufrieden: "In letzter Zeit hat der Seeadler richtig gut gefressen, also suchten wir nach einem Ort, an dem er es in der Freiheit ruhig hat." Da sei die Tangersdorfer Heide genau der richtige Platz. "Hier gibt es zwar viel Wasser, aber keine Motorboote."

Nach Auskunft der Naturschutzstation Woblitz machen Bahnunfälle ein Drittel der Todesursache bei Seeadlern aus, da sich die Tiere gern von Aas ernähren, das an den Bahngleisen liegt.