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Cottbuser Schulen brauchen Millionen

Die leer stehende Schule an der Gartenstraße wird im Sommer so hergerichtet, dass dort im neuen Schuljahr 120 Hortplätze zur Verfügung stehen.
Die leer stehende Schule an der Gartenstraße wird im Sommer so hergerichtet, dass dort im neuen Schuljahr 120 Hortplätze zur Verfügung stehen. FOTO: mih1
Cottbus. In den nächsten sechs Jahren benötigt die Stadt Cottbus rund 48,5 Millionen Euro, um ihre Schulen entsprechend dem Schulentwicklungskonzept bis zum Jahr 2022 herzurichten, zu sanieren und teils zu erweitern. Die Baustellenprojekte bewegen sich zwischen Klassenerweiterungen, Hortausbau bis hin zu Komplettsanierungen. Peggy Kompalla

Bei dem genannten Millionenbetrag handelt es sich um eine grobe Schätzung. Darüber informierte Anja Zimmermann am Mittwochabend den Wirtschaftsausschuss. Die Fachbereichsleiterin Immobilien ergänzte: "Dabei handelt es sich nur um die Hochbauprojekte. In der Schätzung ist die Ausstattung der Objekte noch nicht enthalten." Das bedeutet also, dass die Rechnung noch nicht vollständig ist. Zudem seien von den 48,5 Millionen Euro derzeit nur 13,6 Millionen Euro finanziell gesichert - also gerade einmal ein Drittel.

Sechs Projekte stehen bereits fest im Plan. Einige werden ab den Sommerferien schon angegangen. Dazu zählen der Neubau des Horts in Groß Gaglow. Baustart ist im Juli.

Über den Sommer bis in den Herbst hinein wird die Schule an der Gartenstraße in der Spremberger Vorstadt so hergerichtet, dass dort 120 Kinder ihre Hortzeit verbringen können.

Im Erdgeschoss der Kita Kirschblüte in Ströbitz werden über den Sommer zusätzlich 50 Hortplätze geschaffen. Sie sind für die Bauhausschule und die Wilhelm-Nevoigt-Grundschule.

Die Erich Kästner Grundschule in der Stadtmitte ist durch den Zuzug sehr stark nachgefragt. Damit wächst auch der Betreuungsbedarf für die Kinder. Deshalb soll der Hort in der benachbarten Jahnstraße erweitert werden, berichtet Anja Zimmermann. "Der Baustart dafür ist im Jahr 2018 geplant."

Die größte Schulbaustelle ist bereits eingerichtet. Seit Mai wird die Astrid-Lindgren-Grundschule in Schmellwitz saniert. Die Kinder sind während der zwei Jahre dauernden Bauzeit in das alte Gebäude des Max-Steenbeck-Gymnasiums nach Sandow gezogen. Die Schule wird komplett saniert und erhält eine neue Turnhalle. Die Kosten für den Standort belaufen sich auf 6,5 Millionen Euro. "Für den Turnhallen-Neubau gibt es zum Glück 2,5 Millionen Euro Bundesmittel", erklärte die Immobilienchefin. "Der Abriss ist abgeschlossen. Die Ausschreibung für den Neubau ist erfolgt." Ende 2018 sollen die Kinder und Lehrer wieder in ihre Schule zurückkehren können.

Die Pestalozzischule in Schmellwitz soll als neuer Oberschulstandort hergerichtet werden. Das hat das Immobilienamt für das kommende Jahr im Plan.

Holterdiepolter wird es mit den Schulsanierungen nicht gehen, warnt Anja Zimmermann. "Aus Erfahrung brauchen wir für die Planung bis zum Baustart bis zu anderthalb Jahre. Dann kommt noch Bauzeit hinzu." Darüber hinaus forderten die Fördermittelgeber - also Bund und Land - zunehmend Wettbewerbe. Das bedeute noch mehr Aufwand und damit Zeit.