Wenn die Klingel der Groß Gaglower Reinhard-Lakomy-Grundschule um 13.30 Uhr den Schulschluss einläutet, dauert es nur wenige Minuten, bis die ersten Kinder aus dem Schulhof heraus auf die Gallinchener Straße stürmen. Dort warten am Straßenrand Eltern in ihren Pkw, andere Fahrzeuge schlängeln sich vorbei. Inzwischen stehen die anderen Kinder auf den Schneebergen, tollen und schubsen.

Sascha Konzack, Vater von zwei Schülern, sorgt sich seit Wochen. „Die Kinder müssen immer auf der Straße entlang laufen“, sagt er. Für Schulleiterin Simone Rothbart ist diese Situation nicht neu. Sie erklärt: „Die Gemeinde hat an einer Seite schon Schnee weggeschoben, damit mehr Platz auf der Straße entsteht.“

Ortsvorsteher Dieter Schulz sieht generell ein Problem für die Sicherheit der Schulkinder an diesem Standort. „Es gibt keinen Fußweg auf der Gallinchener Straße.“ Da dort nicht nur Pkw entlang fahren, sondern auch Busse, sei schon lange an die Stadt appelliert worden, eine Lösung für die Verkehrssicherheit zu finden. Ein Vorschlag sei, neben der Schule eine Fläche zu nutzen, damit Eltern mit ihrem Pkw wenden können und damit die Straße entlasten.

Die Schneeberge, die sich seit Wochen am Straßenrand befinden, sind durch den Schneepflug entstanden, sagt er. Da es sich um eine öffentliche Straße handelt, seien die Anlieger nicht zur Räumung verpflichtet. Hier müsste seitens der Stadt reagiert werden.

Wie der Ordnungsbeigeordnete Lothar Nicht (Die Linke) mitteilt, hat die Stadt in den vergangenen Tagen 270 000 Euro ausgegeben, um 35 000 Kubikmeter Schnee aus der Stadt heraus auf das Gelände des Technologie- und Industrieparks zu transportieren. Weitere Schnee- und Eishügel entlang des Weges für den Karnevalsumzug würden ab Donnerstagnacht abgetragen.

Bereits im Januar hat die Stadt nach Angaben der Verwaltung fast so viel Geld für Streugut ausgegeben wie für das gesamte Jahr 2010 kalkuliert gewesen sei. Ausgaben in Höhe von 70 500 Euro stünden einer Jahreskalkulation von 83 200 Euro gegenüber. Für den Fahrbahn-Winterdienst habe die Stadt im Januar 140 000 Euro ausgegeben. 306 800 Euro seien für 2010 kalkuliert. Beim Winterdienst auf Geh- und Radwegen stünden Ausgaben von 87 700 Euro im Januar geplanten Jahresausgaben von 109 500 Euro gegenüber. Nun müsse die Kalkulation korrigiert werden.