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Cottbuser Schilderstreich

Vorher: Welches Schild gilt? Zwangspfeil oder halb durchgestrichener Zwangspfeil? Darf man von der Thiemstraße links in die Eilenburger abbiegen?
Vorher: Welches Schild gilt? Zwangspfeil oder halb durchgestrichener Zwangspfeil? Darf man von der Thiemstraße links in die Eilenburger abbiegen? FOTO: mih1
Cottbus. Die Baustelle auf der Bahnhofskreuzung sorgt für lange Umwege in der Stadt. Eine missverständliche Beschilderung ist in dieser Woche ausgebessert worden. Peggy Kompalla / pk

Autofahrer sind meist auf eingefahrenen Routen unterwegs. Deshalb dauert es eine Weile, bis sich allmorgendlich und allabendlich neue Wege einprägen. In Cottbus ist das seit gut zwei Wochen nötig, seitdem ein Teil der Bahnhofskreuzung wegen Bauarbeiten dicht ist. Sie ist eine der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt, von dem es nun nicht mehr in die Straße der Jugend geht.

Für viele Autofahrer bedeutet das lange Umwege. Wer stadtauswärts auf dem Bahnhofsberg ankommt und eigentlich links in die Straße der Jugend abbiegen will, muss nun die große Runde fahren - bis zur Lönsstraße. Allein bis dorthin sind es anderthalb Kilometer. Denn auf der Thiemstraße ist stadtauswärts das Linksabbiegen nicht vorher möglich. Oder doch? Zumindest dachte das mancher Autofahrer und bog an der Kreuzung mit Eilenburger und Leipziger Straße einfach links ab. Denn die Schilder suggerierten das.

Doch seit Donnerstag ist klar, dass das gar nicht erlaubt ist. Die missverständliche Beschilderung an der Kreuzung hat die Straßenverkehrsbehörde geändert. Deren Chef Manuel Helbig erklärt: "Dort darf ausschließlich der Nachtbus links abbiegen."

So war es von Anfang an gemeint. Doch mit den zwei dicht beieinander stehenden Hinweisen und dem nur halb durchgestrichenen Schild kamen Missverständnisse auf. Deshalb hat die Behörde nach anderthalb Wochen Baustellen-Verkehr nachgebessert.

"Wir haben die neuen Schilder beidseitig gestellt", erklärt Manuel Helbig. "Selbst wenn ein Lkw die Sicht auf das Schild am rechten Fahrbahnrand versperren sollte, steht noch eins auf der linken Seite." Damit dürften die Missverständnisse ausgeräumt sein. Selbst für die Busfahrer ist nun klar, dass nur die Nachtschicht links rum darf. Schließlich steht jetzt unter dem Zwangspfeil der Zusatz: "Linienverkehr frei 20 bis 24 Uhr".

Die neue Regelung sei mit Cottbusverkehr abgesprochen. "Das funktioniert auch reibungslos", versichert Helbig. "Abends und nachts ist der Verkehr auf der Thiemstraße nicht mehr so dicht."

Ansonsten pegele sich die Neuregelung des Verkehrs langsam ein. Andere Problem-Bereiche seien ihm nicht bekannt. "Die Autofahrer suchen sich ihre eigenen Wege", sagt der Behördenchef aus Erfahrung. "Im Berufsverkehr kommt es allerdings zu längeren Wartezeiten und auf den Nebenstraßen ist mehr los. Aber das ist normal."

Die Cottbuser müssen sich aufgrund der Bauarbeiten rund um den Bahnhof im nächsten Jahr auf wechselnde Verkehrsführungen einstellen.

Zum Thema:
Derzeit baut Cottbusverkehr an der Bahnhofskreuzung eine neue Weiche ein, damit künftig die Straßenbahnen auf den Bahnhofsvorplatz vorfahren können. Das ist die Voraussetzung für den neuen Verkehrsknoten am Bahnhof. Der Cottbuser Bahnhof wird bis zum Jahr 2019/20 zu einem Verkehrsknoten ausgebaut. Busbahnhof und Straßenbahnhaltestelle entstehen direkt vor dem Bahnhofsgebäude. Dafür investiert die Stadt rund zwölf Millionen Euro mithilfe des Landes Brandenburg. Gleichzeitig wird der Tunnel nach Norden verlängert. Das kostet nochmals rund sechs Millionen Euro. Am 6. März kam es zum Rendezvous, beide Tunnelbaustellen von Stadt und Deutscher Bahn trafen plangemäß aufeinander. Die Deutsche Bahn modernisiert gleichzeitig alle Bahnsteige für 30 Millionen Euro. Sie werden angehoben, erhalten neue Dächer und Ausstattung und Fahrstühle. Damit wird der Bahnhof endlich barrierefrei. pk