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| 16:05 Uhr

Gegen die Lücke im Lebenslauf
Sozialarbeiter helfen Jugendlichen in den Beruf

 Annalena Hesshaus, Christian Noack, Astrid Schreiber und Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann (von links) stellten das Projekt in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss vor.
Annalena Hesshaus, Christian Noack, Astrid Schreiber und Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann (von links) stellten das Projekt in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss vor. FOTO: LR / René Wappler
Cottbus. Das Cottbuser Projekt „Jugend stärken im Quartier“ vermeldet eine Erfolgsquote von 45 Prozent.

Eine Gruppe von Sozialarbeitern aus Cottbus hat fast die Hälfte der jungen Teilnehmer ihres Bildungsprojekts erfolgreich vermittelt, zum Beispiel in Arbeit oder ein Studium. Das berichten die Fachleute des Projekts „Jugend stärken im Quartier“. Es wendet sich an junge Leute zwischen zwölf und 26 Jahren, hilft ihnen beim Übergang von der Schule in den Beruf und besteht seit dem Mai 2015.

Dazu erläutert Mitarbeiter Christian Noack: „Wir schauen uns die soziale Situation der Jugendlichen sehr genau an.“ So erzählt er von einer 19-Jährigen, die keine Ausbildung und keine Arbeit aufweisen kann. Damit entstand eine Lücke von drei Jahren in ihrem Lebenslauf. Christian Noack sagt: „Wir bringen sie in ein freiwilliges soziales Jahr und versuchen, einen klaren Plan für ihre Integration ins Arbeitsleben aufzustellen.“ Das gelang den Sozialarbeitern nach eigenen Angaben bisher bei 45 Prozent der 291 Teilnehmer. Ein Drittel der jungen Leute ist weiblich. Christian Noack mutmaßt: „Vielleicht haben Frauen grundsätzlich weniger Förderbedarf als Männer.“

137 Teilnehmer entstammen einer Migrationsbiografie, wie es in der Fachwelt heißt. Dieser Begriff bezieht allerdings alle Jugendlichen ein, bei denen schon ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Einige von ihnen zählen zu den 17 Teilnehmern, die inzwischen ein Studium begonnen haben. Dabei handelt es sich vor allem um Migranten, deren Unterlagen nach längerer Wartezeit anerkannt wurden, wie die Sozialarbeiter berichten.

Das Projekt „Jugend fördern im Quartier“ bezog sich bisher auf die Stadtteile Sachsendorf, Sandow und Schmellwitz. In diesem Jahr kommen voraussichtlich die Stadtmitte und das Wohngebiet in Ströbitz hinzu, in dem der Anteil junger Menschen nach Angaben der Sozialarbeiter wächst. Die neue Förderphase hat am 1. Januar 2019 begonnen. Sie dauert bis zum 30. Juni 2022. Um die Abstimmung kümmert sich die Servicestelle für Integration und Bildung in Cottbus. Am Projekt beteiligen sich außerdem die Stiftung Sozialpädagogisches Institut „Walter May“ und das Humanistische Jugendwerk.

 Annalena Hesshaus, Christian Noack, Astrid Schreiber und Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann (von links) stellten das Projekt in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss vor.
Annalena Hesshaus, Christian Noack, Astrid Schreiber und Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann (von links) stellten das Projekt in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss vor. FOTO: LR / René Wappler