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| 19:03 Uhr

Chor-Gastspiel
Cottbuser PopKon ersingt sich Silber in Südafrika

Der Sologesang von Sängerin Serena aus Florida hat Mathias Schinkel zu Tränen gerührt. Zur Erinnerung gab es ein Selfie.
Der Sologesang von Sängerin Serena aus Florida hat Mathias Schinkel zu Tränen gerührt. Zur Erinnerung gab es ein Selfie. FOTO: PopKon-Chor
Cottbus. Chor setzt sich bei internationalem Wettbewerb in Südafrika mitSong aus „König der Löwen“ gegen Konkurrenz durch. Von Georg Zielonkowski

Bei seinem bislang wichtigsten und größten Gastspiel hat der Cottbuser Chor „PopKon“ die Silbermedaille gewonnen. In der Kategorie „Pop Music“ im Kreis von 13 Mitbewerbern angetreten, bekamen die Cottbuser von der siebenköpfigen Jury bei den World Choir Games im südafrikanischen Tshwane 76,88 von 100 möglichen Punkten gutgeschrieben. Damit wurde die Kategorie „Gold“ um lediglich drei Zähler verfehlt.

„Vielleicht vergleichbar mit Kroatiens Scheitern im WM-Finale, ist es nur ein kleiner Moment, an dem man an das knapp verfehlte Gold denkt. Aber gleich danach setzt eine unbändige Freude ein, und alle sind glücklich über das Abschneiden im Kreis der weltbesten Sänger“, beschreibt Chorleiter Ilja Panzer die Gefühle nach der Verkündung der Noten. Der Titel „Lioness Hunt“ aus dem Musical „König der Löwen“ erhielt den größten Zuspruch der Juroren. Gerade wegen Südafrika, dem Gastgeberland des zehnten Festivals dieser Art, hatte sich die Gruppe für diesen  Titel entschieden und diesen bei vielen Proben eingeübt.

„Sören Pätzow, unser ehemaliges Mitglied, wollte trotz seines Wegzuges aus Cottbus und seines damit verbundenen Abschieds aus unserem Chor unbedingt gemeinsam mit uns das Festival in Südafrika erleben. Passend zum Titel, den wir in der Sprache der südafrikanischen Zulu-Volksgruppe und verbunden mit einer entsprechenden Choreografie einstudiert hatten, war die Figur der Antilope noch zu vergeben. Die hat Sören spontan übernommen und überragend dargestellt, sodass die Leute beim Wettbewerb und auch bei unserem spontanen öffentlichen Gesang begeistert waren und mitgesungen haben. Ein wirklich großartiges Erlebnis war das, noch ewig werden wir alle daran denken“, erzählt Mathias Schinkel, der sich beim „PopKon“-Chor um die Medienkontakte kümmert.

Begeistert erzählt er zudem von den zahlreichen Kontakten mit den Sangesleuten aus aller Welt außerhalb der Wertungsveranstaltungen. Beispielsweise stimmten die Cottbuser gemeinsam mit den Sängern aus Amerika und China sowie mit einem afrikanischen Gospelchor in einer Shopping-Mall spontan einige Songs an, und sofort hatten sich viele dort flanierenden Leute und das Verkaufspersonal in die Gesänge eingereiht. „Daran werden wir immer denken, natürlich auch an unsere Jeep-Safari, die uns ganz nah an die Tiere der Wildnis heran brachte“, berichtet er. Und weiter: „Vor allem aber die gemeinsame Leidenschaft des Singens führte zu einem großartigen Miteinander und gegenseitiger Anerkennung. Mein Schlüsselerlebnis war der Sologesang von Serena aus Florida in der Shopping-Mall. Sie hat mit ihrem so einfühlsamen Gesang mein Herz berührt, sodass ich meine Tränen nicht aufhalten konnte. Während ihres Gesanges schaute sie in meine Richtung und sah damit auch meine Tränen. Nach ihrem Gesang kam sie zu mir, weil sie von meiner Reaktion ebenfalls geflasht war. So haben wir uns beide der Tränen nicht geschämt“, erzählt Mathias Schinkel von seinem persönlichen Höhepunkt der Reise.

Besonders erkennt er den Aufwand des Chores aus den USA an. Hatte er doch von dessen dreitägiger Anreise-Odyssee über Paris nach Südafrika gehört: „Da muss man schon sehr, sehr viel für die Chormusik übrig haben, wenn man solche Strapazen auf sich nimmt. Auch wir wohnen ja nicht gleich um die Ecke von Pretoria, dennoch war die An- und Abreise im Gegensatz zu anderen Teilnehmern vergleichsweise überschaubar.“ Alles in allem für die  Cottbuser eine unvergessliche Erfahrung, so das übereinstimmende Urteil der 24 mit Silber geehrten Sänger.