Das Motto "20 Bands in 20 Kneipen" war tief gestapelt: Die 3000 Partyfreunde konnten zwischen 22 musikerfüllten Orten wählen. „Der Grieche“ am Altmarkt und das "Basil" am Schlosskirchplatz waren es, die mit rockigen Livebands auf den Altstadt-Nachtzug aufsprangen.
Das Ohr überall mal reinzuhalten war wieder das erklärte Ziel der vielen Partyhungrigen mit den blauen Eintrittsbändchen am Handgelenk. In Gruppen oder als Einzelpaare sah man sie zwischen den Lokalen mit dem Plan in der Hand. Ab und zu eilte ein Verirrter vorbei: "Wo seid ihr jetzt - ich war doch gerade im Hemingway".
"Na kommt - spielt nochmal was!" Astrid Durdis und ihre Schwester standen zu Beginn des Musikfestivals noch unentschlossen und lauschten den "Big Bud Rockets". Ob sie ein Bändchen erwerben würden, wollten sie nach diesem "Lauschangriff" entscheiden.
Gut „lauschen“ konnte man diesmal auch an den Luken des U-Boots auf dem Neustädter Platz - hier war, wie deutlich vernehmbar, die Hölle los. Das Quartett "Helldriver" aus Hamburg lieferte eine Hingucker-Show auf der Bühne und spielte auch zwischen und mit dem Publikum - soweit es die Gitarrenkabel zuließen. Knapp eine halbe Stunde nach Beginn der Altstadtnacht war das U-Boot quasi bis zum Sinken überladen mit Freunden heißer Rock-Musik, die den Jungs schon bald die Bewegungsfreiheit nahmen.
Ähnliche Situationen gab es in anderen Spielstätten. Das "Brau und Bistro" warb mit den Worten: "Es darf getanzt werden". Es durfte - nur es konnte bald schon nicht mehr. Höchstens mit Kopfnicken und Fußwippen war es noch möglich dem Tanzdrang nachzugeben, den die drei weißbehemdeten Musiker von "Undercover" erweckten. Doch nicht überall erwartete die Party-Nomaden ein Sardinen-Erlebnis: Ein ruhiges Plätzchen fand, wer geduldig suchte. Im "Coffeelatte" konnte man sich zu ohrenfreundlicher Jazz-Musik entspannen, ebenso ein paar Schritte weiter im Café Lauterbach. Hier war es wieder der Solist Pierre Bosolum, der mit seinem aus Rohr, Büchse und Saiten zusammengebauten Schlag- und Zupfinstrument namens "Xoxtar" die Aufmerksamkeit auf sich zog.
"Die Gäste sind begeistert", bestätigte Eva Printschitsch, die im Auftrag von Veranstalter Radio Cottbus jeden Einlass-Suchenden auf sein blaues Bändchen kontrollierte. Begeistert waren auch viele Erstbesucher aus nah und fern: Marina Frey aus München, die zusammen mit der Cottbuserin Susann Greisler unterwegs war, fand sichtlich Gefallen an ihrer ersten Altstadtnacht. "Das musste ich ihr doch einfach mal zeigen", schwärmte Susann Greisler. "Cottbus hat mal wieder bewiesen, dass es gut feiern kann." resümierte Radio-Cottbus-Geschäftsführerin Juliane Adams. Keine Zwischenfälle oder Probleme hätten die Nacht getrübt: "Eine ganz tolle Party - alles hat gepasst".