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| 18:15 Uhr

Fest in der Innenstadt
Mit Live-Übertragung: Wenige Tage bis Cottbuser Ostsee-Flutung beginnt

 Am 12. April wird der Wasserhahn für den Ostsee geöffnet. Dann fließt Spreewasser über den Hammergraben in den einstigen Tagebau Cottbus-Nord.
Am 12. April wird der Wasserhahn für den Ostsee geöffnet. Dann fließt Spreewasser über den Hammergraben in den einstigen Tagebau Cottbus-Nord. FOTO: Leag
Cottbus. In wenigen Tagen erfolgt der Startschuss für die Verwandlung von Cottbus, von einer Bergbau- zur Hafenstadt. Dann heißt es: Wasser marsch für den Ostsee. In den nächsten Jahren füllt sich der einstige Tagebau Cottbus-Nord und wird zum größten künstlichen See Deutschlands. Der Flutungsstart wird live in die Cottbuser Innenstadt übertragen. Von Peggy Kompalla

Ostsee-Fördervereinschef Denis Kettlitz sagt: „In der Spree Galerie wird geflutet.“ Was nach einem Scherz klingt, ist keiner. Schließlich hat der Verein in einem Laden des Einkaufszentrums das Ostsee-Fenster eröffnet und schmeißt am kommenden Freitag, den 12. April, aus gegebenem Anlass eine große Ostsee-Fete mit Live-Musik und Live-Übertragung der Flutung aus Lakoma. Denn bei dem offiziellen Akt sind die Plätze für Besucher beschränkt, genauso wie die Parkmöglichkeiten. Darüber hinaus sind Merzdorfer Turm und das Einlaufbauwerk Lakoma ohne Einladung nicht zugänglich. Deshalb lädt der Förderverein die Menschen kurzerhand ins Ostsee-Fenster ein.

Fest zum Ostsee-Flutungsbeginn

Gegen 20 Uhr soll das Einlaufen des Wassers in den See auf die Leinwand im Ostsee-Fenster übertragen werden. „Zugeschaltet wird auch der große LED-Bildschirm über den Rolltreppen in der Spree Galerie“, sagt Vereinschef Kettlitz. „Für die Übertragung ist extra eine Drohne mit Kamera am See unterwegs.“ Zur Einstimmung gibt es beim Flutungsfest ab 18 Uhr Livemusik von den „Subway Surfers“ aus Berlin. Der Stadtsportbund baut seine Curling-Bahn auf, beim „Ostsee-Quiz“ gibt es unter anderem eine letzte Ausfahrt auf den Grund des Ostsees zu gewinnen, und die Bootsfahrschule Cottbus unterweist Wissbegierige in Knotenkunde.

Der Förderverein hat das Ostsee-Fenster im März in der Spree Galerie eröffnet und seitdem nach eigenen Angaben mehr als 1300 Besucher gezählt. In der Ausstellung werden Bilder, Pläne, Modelle und Filme aus der Tagebauzeit und zur Ostsee-Entstehung gezeigt. Ehrenamtliche Vereinsmitglieder öffnen das Geschäft bis zum 25. April jeweils dienstags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr.

Aus der Spree wird ein Ostsee

Der Ostsee wird zu 80 Prozent mit Wasser aus der Spree gefüllt. Es wird vom Großen Spreewehr über den Hammergraben geleitet und fließt von dort am Standort des abgebaggerten Ortes Lakoma über eine eigens dafür gebaute Anlage in den künftigen See. Das für die Flutung zuständige Bergbauunternehmen Leag rechnet mit einem jährlichen Wasserbedarf aus der Spree von rund 45 Millionen Kubikmetern. Das entspreche zehn bis zwölf Prozent des mittleren Spreeabflusses in Cottbus.

Insgesamt benötigt der Ostsee noch rund 256 Millionen Kubikmeter Wasser, bis er seine volle Größe erreicht hat. Die Wasseroberfläche wird dann 19 Quadratkilometer umfassen. Zum Vergleich: Der Müggelsee bringt es auf knapp siebeneinhalb Quadratkilometer und der Schwielochsee auf etwas mehr als 13.

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