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Entwicklung
Ostsee: Zukunftsmusik mit etlichen Misstönen

Ostseemanager Stefan Korb fordert eine klare strategische Ausrichtung der Planungen für den künftigen See.
Ostseemanager Stefan Korb fordert eine klare strategische Ausrichtung der Planungen für den künftigen See. FOTO: Hilscher Andrea / LR
Cottbus. Beim größten Infrastrukturprojekt Südbrandenburgs klagt Ostseemanager Stefan Korb über Versäumnisse der Vergangenheit.

Das war schon harter Tobak: Auf Einladung des Wirtschaftsverbandes BVMW sollte Ostseemanager Stefan Korb Mittwochabend Auskunft geben über den aktuellen Stand der Planungen zum künftigen Ostsee. Die Gäste hörten ein paar Takte süßer Zukunftsmusik – mit einigen schrillen Misstönen.

Der Stadthafen: Nach intensiven Beratungen wurde in einem ersten Städtebauwettbewerb ein Preisträger gekürt. Der Sieger-Entwurf des Hamburger Architektenbüros Fehlig & Moshfegi sieht eine Veranstaltungsfläche, ein gutes Dutzend ungewöhnlich geformter Bauten für Gastronomie, Hotel und Wassersportzentrum vor, setzt dabei auch auf neue energetische Konzepte. „Würde dafür jemand von weither anreisen?“, fragte Korb provokant. Er selbst habe den zweitplatzierten Entwurf favorisiert – vier 20-stöckige Hochhäuser, schwarz wie Briketts. „Avangardistisch. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal gewesen.“

Die touristische Ausrichtung: Eine bereits verabschiedete Potenzialanalyse benennt keine Alleinstellungsmerkmale des Sees, legt sich fest auf eine Entwicklung für Urlaub am Wasser. Stefan Korb: „Wir brauchen aber genauso die Urlauber auf dem Wasser. Den kulturinteressierten Segler oder den abenteuerlustigen Motorsportler.“

Die Verknüpfung von Stadt und See: Wurde nach Einschätzung des Ostseemanagers bisher zu wenig beachtet. „Jeder Investor will wissen, wie seine Hotelgäste an den See oder zurück in die Stadt kommen.“

Wohnen am See:Ist an zu wenig Stellen vorgesehen. Die Menschen wollen aufs Wasser gucken.“ Nach Einschätzung Korbs sei es eine Frage der Zeit, bis Interessenten hier Änderungen verlangen. „Die Leute werden sich die Flächen, die sie wollen, mit den Füßen nehmen.“ Immerhin gebe es konkrete Bemühungen, ein neues Wohnquartier zwischen See und Stadt zu entwickeln.

Die Eigentumsfrage: Derzeit ist ein Großteil des Sees Eigentum der Berg­baugesellschaft Leag. Wem künftig der See und die umliegenden Flächen gehören, ist nach Auskunft von Stefan Korb weitgehend ungeklärt. „Bisher ist nur die schmale Fläche der Kaimauer städtisch.“

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