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Cottbuser Oberschüler spüren den Rassismus im Alltag auf

Für die Oberschüler ist Martin Luther King ein Vorbild.
Für die Oberschüler ist Martin Luther King ein Vorbild. FOTO: nn
Cottbus. Erlebt haben die Schüler der Sachsendorfer Oberschule Diskriminierung alle schon einmal. Entweder am eigenen Leib, unter Mitschülern auf dem Pausenhof und im ganz normalen Alltag. Nicole Nocon

"In der Schule werden zum Beispiel Ausländer runtergemacht. Die Jugendsprache steckt voller Ausdrücke, die vielleicht im Spaß ausgesprochen werden aber sehr beleidigend und verletzend sein können", sagt Marvin Mahling. Das sei ihm während der Projektwoche erst richtig klar geworden.

Zusammen mit etwa 30 Mitschülern beschäftigt er sich im Cottbuser Menschenrechtszentrum im Rahmen eines Schulprojekts intensiv mit der Person von Martin Luther King und seinem Kampf für die Menschenrechte. Eine Woche lang diskutieren die Siebt- und Achtklässler, unter denen auch mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund sind, über die Themen Gewalt, Rassismus, Zivilcourage und formulieren wie Martin Luther King in seiner berühmten Rede ihren Traum von einer Welt, in der niemand zum Beispiel wegen seiner Herkunft oder seiner Hautfarbe diskriminier wird.

"Es geht in dem Projekt darum, die jungen Leute wachzurütteln, Vorurteile und latent rassistische Denkmuster offenzulegen, die die meisten von uns unbewusst übernommen haben. Die Schüler üben, sich dagegen starkzumachen. Die Person des Menschenrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King bietet sich als ideelle Identifikationsfigur für die Jugendlichen an, weil sein Engagement alle Religionen, Kulturen und Nationen einschließt", erklärt Daniel Schmöcker vom Gemeindejugendwerk Berlin-Brandenburg, der das Projekt leitet. Im Laufe der Projektwoche erarbeitet er mit den Oberschülern eine Multimedia-Präsentation rund um Martin Luther King, bei der sich die Jugendlichen mit ihren Ideen und ihren jeweiligen Begabungen einbringen. Die Ergebnisse des Projekts und die Multimedia-Show werden am morgigen Freitag um 19.30 Uhr im Menschenrechtszentrum vorgestellt. Jeder, der Interesse hat, ist willkommen.