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| 22:04 Uhr

Ideen für den Zukunftsplan
Die Menschen brauchen Antworten

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) fordert ein Programm für die Lausitz ein, das Zukunftsprojekte beflügelt.
Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) fordert ein Programm für die Lausitz ein, das Zukunftsprojekte beflügelt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus . Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) kämpft für die Zukunft nach der Kohle. Eine Forderung: Die Lausitz soll die Warteschlange auf der Bundesliste der Bauvorhaben für Verkehrswege abkürzen dürfen.

Für den Klimaschutz ist der Abschied vom fossilen Rohstoff Braunkohle für die Stromerzeugung in Deutschland vor drei Jahren besiegelt worden. „Das war eine ökologische Entscheidung, auf die sich die Lausitz ökonomisch nicht vorbereiten konnte“, sagt der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). „Wir stellen uns dem Strukturwandel, schaffen das aber nicht allein“, betont er.

Der Christdemokrat zeigt sich kämpferisch. Emotional ruft er den Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses ins Gedächtnis, dass sie in der Pflicht stehen, „den Menschen Antworten zu geben“.

Provokant fragt das Cottbuser Stadtoberhaupt, ob das Land Brandenburg überhaupt die Instrumente habe, um einen Wandel zu beflügeln. Die Wirtschaftsförderung müsse in den Städten und Gemeinden der Lausitz zur Pflichtaufgabe gemacht werden. In Einnahmen und Ausgaben nicht ausgeglichene Haushalte führten dazu, dass die Standortpolitik dem Sparzwang geopfert werde. „Wir sägen damit an dem Ast, den wir stark machen müssen“, sagt Holger Kelch.

Bauvorhaben an Verkehrswegen, die im Bundesverkehrswegeplan stehen, sollten als Sonderpaket Lausitz aus der Warteschlange herausgelöst abgearbeitet werden. Für Zukunftsprojekte wie den Ostsee, dessen Wasserreservoir mit Seepumpen für das Erzeugen von Fernwärme genutzt werden soll, sollten Finanzspritzen bereitgestellt werden. Den einseitigen kommunalen Kampf um die Ansiedlung von Landes- und Bundesbehörden, die Jobverluste in der Kohle-Industrie durch neue Arbeitsplätze ausgleichen sollten, sieht Holger Kelch nach den jüngsten Baustarts in Potsdam und Leipzig für die Lausitz verloren. Aber hier müssen Fakten geschaffen werden, die junge Menschen nicht dazu bewegen - wie in den 90er-Jahren - mit den Füßen abzustimmen und die Heimat in Gegenden mit besseren Perspektiven zu verlassen.

(kw)