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Cottbuser Oberbürgermeister fordert mehr Selbstbewusstsein

Zum Neujahrsempfang waren Tausend Gäste in die Stadthalle gekommen, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.
Zum Neujahrsempfang waren Tausend Gäste in die Stadthalle gekommen, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. FOTO: Helbig
Cottbus. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) fordert von den Cottbusern mehr Selbstbewusstsein. In einer Ruckrede vor Tausend Gästen schwor er die Menschen auf die Stärken der Stadt ein und präsentierte ganz in diesem Sinne einen neuen Slogan: Cottbus wächst. Peggy Kompalla

Oberbürgermeister Holger Kelch hat das Kleinmachen von Cottbus satt. Das betonte er am Mittwochabend beim Neujahrsempfang vor Tausend Gästen in der Stadthalle. Unter anhaltendem Applaus erklärte er: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken mit dem, was wir leisten. Ich will endlich weg von diesem ewigen Kleinreden und dem verhuschten Wegducken, dem lähmenden Verweis auf einen miesen Haushalt. Ich will raus aus diesem scheinbar endlosen Jammertal voller Schlaglöcher oder Brachflächen. Das haben wir nicht nötig." Cottbus sei die Stadt zwischen Berlin und Dresden, die entgegen dem Trend und aller Prognosen wächst - das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Lausitz. Mittlerweile liegt die Einwohnerzahl wieder stabil über 100 000. Passend präsentierte Kelch das neue Motto der Stadt: Cottbus wächst. Entsprechend selbstbewusst stellte sich das Stadtoberhaupt gegen die Kritik von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), wonach in der Kreisreformdebatte - im Landessprech neuerdings nur als Verwaltungsreform bezeichnet - mit Meinungsmache gearbeitet würde. "Diese Reform wird für Stillstand in den Regionen sorgen", prophezeite Kelch und sagte: "Die Kreisfreiheit ist ein Wert, weil damit Eigenständigkeit von Entscheidungen gesichert wird. Diese Form der kommunalen Selbstverwaltung stärkt die Identität vor Ort."

Ministerpräsident Woidke betonte ebenfalls die Bedeutung von Cottbus - der "Hauptstadt der Lausitz". Allerdings zieht der Landesvater daraus andere Konsequenzen als das Stadtoberhaupt. Er sieht gerade in der geplanten Kreisreform den richtigen Weg. In der Fläche müssten die unteren Landesbehörden neu aufgestellt werden. "Wir haben die gemeinsame Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass Cottbus stark bleibt", so Woidke. Kelch hielt dagegen und appellierte: "Lassen Sie uns zusammen anpacken, mit einem Schuss Lausitzer Sturheit und berechtigtem Cottbuser Stolz."