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| 20:14 Uhr

Bis Anfang November
Erdgas-Stadtbus im Test

Ralf Hochuli (EvoBus), Peter Meyer (Zukunft Erdgas), Jörg Schulze (Spreegas) Dr. Klaus-Peter Schulze (MdB, CDU), Cindy Janke und Tim Krings (Cottbusverkehr) stellen den Erdgas-Bus vor.
Ralf Hochuli (EvoBus), Peter Meyer (Zukunft Erdgas), Jörg Schulze (Spreegas) Dr. Klaus-Peter Schulze (MdB, CDU), Cindy Janke und Tim Krings (Cottbusverkehr) stellen den Erdgas-Bus vor. FOTO: LR / Julian Münz
Cottbus. Unternehmen Cottbusverkehr prüft die Diesel-Alternative Erdgas auf Alltagstauglichkeit. jum

Gehören tief brummende Dieselbusse im Cottbuser Stadtverkehr schon bald der Vergangenheit an? Zumindest den ersten Schritt in diese Richtung hat die Cottbusverkehr GmbH am Montag getan. Das Unternehmen stellte auf seinem Betriebshof zusammen mit weiteren Beteiligten, darunter dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Schulze (CDU), den ersten erdgasbetriebenen  Omnibus in seiner Flotte vor. Die Leihgabe soll für zwei Wochen als Testobjekt für den Betrieb dienen.

„Als ÖPNV-Dienstleister fühlen wir uns auch verantwortlich für den Umweltschutz“, äußerte sich die kaufmännische Geschäftsleiterin von Cottbusverkehr, Cindy Janke über das Projekt. Nicht zum ersten Mal testet das Unternehmen deshalb Busmodelle mit alternativen Antrieben. So waren schon 2015 und 2016 waren kurzzeitig zwei Elektrobusse für den Cottbuser Nahverkehr im Einsatz, von denen das Unternehmen laut Janke aber „nicht zu 100 Prozent überzeugt“ war. Der Erdgasbus, der ebenfalls fast CO2-neutral unterwegs ist, soll nun im Alltagsverkehr besser abschneiden.

Gute Erfahrungen mit Erdgasantrieb hat man bisher vor allem in Augsburg gehabt, wo der Leihbus normalerweise auch im Einsatz ist. In der schwäbischen Großstadt setzt man schon seit mehr als 20 Jahren komplett auf den gasförmigen Treibstoff, der vor allem das Klima entlasten soll. Zudem ist die Motorlautstärke der erdgasbetriebenen Busse auch beim Fahren deutlich angenehmer als Diesel-Fahrzeuge.

In Cottbus ist die Testphase vorerst nur auf die nächsten zwei Wochen angelegt. In dieser Zeit soll der Erdgasbus die Linie 16 befahren, die von Gallinchen über den Hauptbahnhof bis zur Universität führt. Insgesamt vier Busfahrer werden das Gefährt dabei auf die Probe stellen.

Zur Herausforderung kann dabei unter anderem das Auftanken werden. Schließlich gibt es im Cottbuser Stadtgebiet zurzeit nur eine einzige Gastankstelle. „Das wird eine sportliche Aufgabe, weil dort auch Pkws tanken“, weiß Cindy Janke.

Finanziell müsse sich Cottbusverkehr hingegen nicht in Unkosten stürzen, argumentierte Peter Meyer vom Lobbyverein „Zukunft Erdgas“. Zwar seien die Erdgasbusse ungefähr 30000 Euro teurer als ihr dieselbetriebenes Pendant, dafür hielten sie aber auch etwa 15 Jahre länger. „Darauf heruntergerechnet liegt der Preisunterschied im Promillebereich“, so Meyer.

Bis die erdgasbetriebenen Busse in Cottbus unterwegs sein werden, wird man sich aber ohnehin noch etwas gedulden müssen. Selbst bei einer erfolgreichen Testphase wäre eine vollständige Umstellung frühestens in fünf bis zehn Jahren denkbar.