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Cottbuser Ostsee
Cottbuser Museums-Projekt nimmt Ostsee in den Fokus

Blick in den Cottbuser Ostsee von Schlichow aus. Am Horizont ist das Kraftwerk Jänschwalde zu erkennen. Dumper verfüllen die alte Kiesgrube. Fotos: Peggy Kompalla
Blick in den Cottbuser Ostsee von Schlichow aus. Am Horizont ist das Kraftwerk Jänschwalde zu erkennen. Dumper verfüllen die alte Kiesgrube. Fotos: Peggy Kompalla FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Das Cottbuser Stadtmuseum will mit einem neuen Ausstellungsprojekt erstmals eine gegenwärtige Entwicklung begleiten – und zwar die zum künftigen Ostsee. Dafür gibt es bundesweite Anerkennung. Von Stephan Meyer

Museen machen nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit zugänglich. Das will das Cottbuser Stadtmuseum mit einem neuen Projekt, dass sich dem Cottbuser Ostsee widmet, beweisen. „Wir haben uns vor einem Jahr gefragt, wie ein Museum mit Themen umgeht, die in die Zukunft weisen“, erklärt Museumsleiter Steffen Krestin die Idee hinter dem Projekt. Mit „Sportlich auf dem Weg zum Cottbuser Ostsee“ will das Stadtmuseum die Diskussion um das zukünftige Gewässer aufgreifen.

Dass die Begleitung einer solchen langwierigen Entwicklung wie dem Ostssee einen langen Atem braucht, dessen ist sich Krestin bewusst und verweist auf den Senftenberger See, der vor kurzem das 50. Jubiläum seiner Flutung feierte. Das seien Aspekte die das Stadtmuseum in Hinblick auf das Projekt bewegt haben. Dabei sollen sowohl die historische Entwicklung des Ostsees, als auch Fragen der zukünftigen Nutzung des Gewässers eine Rolle spielen. Ein Schwerpunkt würde insbesondere die Ambitionen der Cottbuser Sportvereine in Bezug auf den See darstellen. Das geplante Projekt soll sich jedoch nicht ausschließlich an Fragen des Sports orientieren. Auch der Braunkohleabbau in der Region und durch Abbaggerung verlorengegangene Orte sollen berücksichtigt werden.

„Die Abbaggerungen haben eine Betroffenheit bei den Menschen ausgelöst“, weiß Krestin. Daher solle die Frage, was Heimatverlust bedeutet, wie auch die naturkundliche Entwicklung des Seegebietes, ebenfalls in das Konzept einfließen.„Wie wir das Ganze umsetzen, das wird noch spannend“, erzählt der Museumsleiter. Aktuell befänden sich die Verantwortlichen noch in der Entwicklungsphase. Dennoch gibt es bereits erste konkrete Ideen. Unter anderem soll es eine digitale Stadtwanderung, Beschilderung von noch zu erarbeitenden Standorten im Stadtraum sowie eine Sonderausstellung samt Publikation geben.

Mit dem Stadtsportbund Cottbus  und dem Cottbuser Ostsee Sportverein konnten bereits zwei Kooperationspartner gewonnen werden. Vergangene Woche fand in Willmersdorf bereits eine öffentliche Gesprächsrunde statt, bei der das Konzept vor über 20 Gästen vorgestellt wurden. Darunter waren viele Anrainer, Angehörige anderer Vereine und Mitarbeiter der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.

Ziel sei es weitere Akteure für das Vorhaben zu gewinnen. Inhalte und neue Ideen sollen gemeinsam erarbeitet werden. Interessierten Bürgern stünde die Tür offen, heißt es vom Stadtmuseum. In Willmersdorf bekundeten bereits Anrainer ihre Absicht, sich zu beteiligen.

Für die Umsetzung konnte inzwischen ein externer Kurator von dem Projekt überzeugt werden. „Anfang Januar wollen wir mit ihm dann in die Vollen gehen, den Haushalt klären und weitere Beziehungen knüpfen“, sagt Krestin.

Gefördert wird das Vorhaben, das voraussichtlich bis 2019 läuft, von der Kulturstiftung des Bundes. „Das ist schon etwas Besonderes, als kleines Stadtmuseum, so eine Förderung zu erhalten“, so der Historiker. Im ersten Anlauf sei das Museum mit seinem Antrag nur knapp gescheitert. Krestin und seine Mitarbeiter seien jedoch ermutigt worden, sich ein weiteres Mal zu bewerben. Daher freue sich das Stadtmuseum besonders, die Förderung für ein größeres Projekt nun erhalten zu haben. „So können wir zeigen, dass wir als Museum auch gesellschaftliche Diskussionen in der Stadt befördern können“, sagt Kristin.