„Willkommen in der Realität“ , sagt der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas. Jetzt habe auch der dritte Investor nach ECE und GWB „bewiesen, dass sich ein zu kleines Projekt nicht rechnet“ . Zurückhaltender äußert sich Baudezernentin Marietta Tzschoppe: „Es gibt kein völlig neues Konzept, wie manche sagen. Es gibt Veränderungen im Baukörper und in der Flächenbilanz, und es gibt eine Inanspruchnahme von Grundstücken der TLG.“ Gepro wolle „schnellstmöglich“ beginnen. Angestrebt werde ein Baubeginn Ende März 2006.
Konkreter wird in der Öffentlichkeit niemand. Hinter den Kulissen aber ist klar: Die Mocca-Bar soll wie schon von ECE und GWB geplant abgerissen werden, um eine für einen wirtschaftlichen Betrieb brauchbare Fläche zu erlangen. Das „Sternchen“ steht auf einem Grundstück, das wie die Pavillons der Treuhand-Immobiliengesellschaft (TLG) gehört. Mit 17 000 Quadratmetern nähert sich das Gepro-Projekt nunmehr den Werten von ECE und GWB, die zwischen 18 000 und 20 000 Quadratmeter veranschlagten.
Was einigen Abgeordneten offenbar Bauchschmerzen bereitet, sind ungeklärte Risiken. Zuerst genannt wird intern die noch immer anhängigen Klagen von Innenstadt-Händlern gegen den Bebauungsplan, auf dem auch das Gepro-Projekt fußt.
Gepro will die Risiken aus einer möglichen Niederlage vor Gericht nicht tragen. Kenner der Materie erwarten im Januar ein Signal des Oberverwaltungsgerichts in Frankfurt - und wollen mit dem Grundstücksverkauf an Gepro so lange warten. Unklar ist dem Vernehmen nach außerdem, wie mit einem Teil der unterirdischen Versorgungskanäle umgegangen wird, die den Stadtwerken zugeordnet sind. Darüber hinaus werden Zweifel gestreut, dass ein vergleichsweise kleines Unternehmen wie die Gepro GmbH ein Projekt dieser Größenordnung von etwa 40 bis 50 Millionen Euro „stemmen“ kann. Intern wird vor Haftungsrisiken für die Stadt gewarnt. Außerdem sei die Finanzierung noch nicht klar.
In einem Brief an die Rathaus-Spitze sowie die Fraktionschefs fordert Gepro nun ein klares Signal für das Projekt. Man wolle das Einkaufszentrum bauen, brauche dafür jedoch zügige und klare Entscheidungen. Gepro habe bereits viel investiert und Aufträge an heimische Unternehmen vergeben. Bei Verzögerungen müsse dieser Prozess ausgesetzt werden. Indirekt drohe der Investor sogar mit Rückzug, heißt es. Man habe, so Gepro, nach dem erfolgreichen Bau des „Forums Sachsendorf“ und anderer Referenzobjekte ausreichend weitere Angebote, um Märkte oder Einkaufszentren zu entwickeln.

Hintergrund Das Gepro-Projekt
 Bei der öffentlichen Präsentation des Gepro-Projektes im Oktober berichtete Geschäftsführer René Becker, dass für 13 500 der damals geplanten 16 000 Quadratmeter Verkaufsfläche Mietzusagen vorlägen. Entstehen sollen eine Boutiquen-Welt in der dann umgebauten Blechen-Schule sowie ein mehretagiges Zentrum mit Märkten, Einzelhandel und Gastronomie. Die Eröffnung ist für Sommer 2007 vorgesehen. Der etwa 170 Meter lange Bau soll sich bis zur Fußgängerbrücke erstrecken, die ebenfalls abgerissen werden muss.