ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:11 Uhr

Letzte Etappe einer langen Bauzeit startet
Eine Kirche auf Wanderschaft

So soll die Lutherkirche nach der Umgestaltung des Innenraumes einmal aussehen.
So soll die Lutherkirche nach der Umgestaltung des Innenraumes einmal aussehen. FOTO: BvdM Architekten
Cottbus. Während des Innenausbaus der Lutherkirche will die Gemeinde in der ganzen Stadt unterwegs sein. Von Daniel Steiger

In der Cottbuser Lutherkirche startet Ende des Monats die letzte Etappe einer langen Bauzeit. Im Jahr 2005 wurde hier das Außengelände samt Terrasse, Rampe und Kirchhof neu gestaltet. Im Jahr 2012 war das Dach dran. Zwei Jahre später wurden die Außenbereiche saniert. Am 23. September fällt nun der Startschuss für die aufwendige Innensanierung. Mit einem besonderen Gottesdienst soll einen ganzen Tag lang Abschied von der „alten Lutherkirche“ gefeiert werden. Dann beginnen die Bauarbeiten, für die rund sechs Monate veranschlagt sind. Für mehr als 700 000 Euro sollen Elektrik, Beleuchtung und Heizungsanlagen erneuert werden. Der Innenbereich des großen Kirchschiffs wird umgestaltet. Die Wände bekommen frische Farbe.

Die Ideen für die Innengestaltung hat die Gemeinde in einem monatelangen Prozess gemeinsam mit dem Berliner Architekturbüro BvDM entwickelt. Die neue Lutherkirche soll heller, luftiger, natürlicher daherkommen. „Die wie eine Landschaft geschwungene Gestaltung der Altarstufen verdeutlicht die Lebendigkeit des zu verkündigenden Evangeliums“, heißt in einer Projektbeschreibung. Durch indirekten Lichteinfall hinter dem Altarbereich sollen bei Gottesdiensten und Veranstaltungen besondere Stimmungen erzeugt werden. „Indem wir zwei Bankreihen wegnehmen und die Bänke insgesamt einkürzen, verlieren wir zwar ein paar Besucherplätze, aber so haben wir mehr Raum für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen“, beschreibt Gemeindekirchenratsmitglied Dieter Löbens.

Auch im Eingangsbereich der Kirche wird es merkliche Veränderungen geben. Durch geschickte Wandgestaltung soll sich für den Eintretenden das in hellen Farben gestaltete Kirchenschiff wie durch einen Trichter öffnen. Im dunkel abgesetzten Eingangsbereich soll auf der linken Seite ein leicht abgeteilter Raum für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entstehen und auf der rechten Seite ein sogenannter „Raum der Stille“. Dieter Löbens: „Hier sollen unsere Gemeindemitglieder mal in Ruhe eine Kerze anzünden und beten können.“

Damit das kirchliche Leben auch in den Monaten der Bauzeit nicht stillsteht, haben sich die Gemeindemitglieder etwas Besonderes einfallen lassen. „Kirche unterwegs“ heißt das Konzept. Auch wenn die Lutherkirchgemeinde nach dem Weggang des langjährigen Pfarrers Stefan Aegerter weiterhin auf der Suche nach einem Nachfolger ist, will sie in der Stadt sichtbar werden. Die Idee „Lutherkirche unterwegs“ sieht eine Reihe von Gottesdiensten und Veranstaltungen außerhalb der gewohnten Mauern vor. So soll es beispielsweise Gottesdienste im Menschenrechtszentrum, dem zur Gemeinde gehörenden Kindergarten Lutherrose, auf dem Südfriedhof, im Carl-Thiem-Klinikum oder auch im benachbarten Krümelcafé geben. Der Platz vor der Kirche und das Pfarrbüro sollen ebenfalls dafür genutzt werden. So soll beispielsweise der traditionelle Heiligabend-Gottesdienst samt Krippenspiel und Bläsermusik unter freiem Himmel durchgeführt werden.

Bevor die Lutherkirchgemeinde auf Tour geht, wird am Sonntag, 23. September, aber erstmal Abschied gefeiert. Und zwar gleich einen ganzen Tag lang. Dieser beginnt um 10 Uhr mit einem musikalischen Gottesdienst, danach gibt es bei Kaffee und Kuchen noch einmal die Gelegenheit, sich von der „alten“ Kirche zu verabschieden. Ab 16 Uhr laden dann die St.-Peter-Gospel-Singers zu einem Benefizkonzert ein. Der Besuch ist kostenfrei. Um eine Spende für den Ausbau der Lutherkirche wird gebeten. Die veranschlagten 720 000 Euro Baukosten kommen aus Gemeinderücklagen, kreis- und landeskirchlichen Fördertöpfen sowie zu einem Teil auch aus Spendeneinnahmen.