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| 19:17 Uhr

Cottbuser Linke wirft Maresch aus der Fraktion

Cottbus. Mit dem bisherigen Fraktionschef an der Spitze, aber mit einem Sitz weniger als möglich geht die Fraktion Die Linke in die neue Legislaturperiode in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung. Das ist das Ergebnis der konstituierenden Sitzung der Partei. Sven Hering

Ein prominentes Mitglied bleibt auf der Strecke. Der Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch ist aus der Fraktion ausgeschlossen worden.

Zehn Sitze hat Die Linke bei der jüngsten Kommunalwahl geholt. Neun Mitglieder wird die Fraktion nur zählen. "Die Mitglieder der Fraktion haben sich entschieden, Jürgen Maresch nicht aufzunehmen", erklärt der bisherige und auch künftige Fraktionschef André Kaun. Mehr möchte er zu der durchaus pikanten Personalie nicht sagen. Zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden ist Annely Richter einstimmig gewählt worden. Als Fraktionsgeschäftsführer wurde Eberhard Richter benannt.

Die Ausbootung des Landtagsabgeordneten, der im Wahlkreis 5 trotz eines schlechten Listenplatzes als einziger Kandidat der Partei die nötigen Stimmen für den Einzug ins Stadtparlament geholt hat, ist nur für Außenstehende überraschend. Schon seit Monaten ist das Verhältnis zwischen Maresch und seinen Cottbuser Parteikollegen angespannt. Zum Schluss gab es kaum noch eine Kommunikation.

Entgegen jeglichen demokratischen Prozesses habe er sich zu dem geplanten Ausschluss beziehungsweise zur Nichtaufnahme nicht einmal äußern dürfen, sagt Jürgen Maresch in einer ersten Reaktion auf den Rauswurf. Er komme zu dem Ergebnis, dass es nicht um eine Politik für die Bürger gehe, sondern um Posten, eingebildeten Einfluss und Empfindlichkeiten. "Mein Wahlergebnis hat mir gezeigt, dass die kontinuierliche bürgernahe Arbeit, Gespräche mit den Bürgern und das permanente Fordern gewürdigt wurden", ergänzt er.

Wie geht es für ihn nun weiter? "Ich werde mein Mandat als Stadtverordneter annehmen und in der Stadtverordnetenversammlung - zunächst als Einzelkandidat - vertreten", betont Maresch. Auch der Partei werde er die Treue halten. "Ich glaube tatsächlich, dass diese Partei gute Ansätze und Ideen hat." Auch als Einzelabgeordneter wolle er sich am parlamentarischen Leben der Stadtverordnetenversammlung beteiligen, Anfragen stellen und sich artikulieren.