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Erinnerung
Cottbuser laden zu Sternmarsch-Demo gegen Fremdenfeindlichkeit

Bei der Aktion „Cottbus ist bunt“ am Dienstag zeigt ein Teilnehmer seine Haltung zu Hass und Hetze. Auch am heutigen Donnerstag wollen Cottbuser ein solches Zeichen setzen.
Bei der Aktion „Cottbus ist bunt“ am Dienstag zeigt ein Teilnehmer seine Haltung zu Hass und Hetze. Auch am heutigen Donnerstag wollen Cottbuser ein solches Zeichen setzen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Für Frieden und gegen Fremdenfeindlichkeit wollen am heutigen Donnerstag Bürger in Cottbus bei einem Sternmarsch demonstrieren. Anlass sind die Bombardierung der Stadt vor 73 Jahren und die jüngsten Ereignisse in der Stadt.

73 Jahre nach der Bombardierung von Cottbus im Zweiten Weltkrieg wollen viele Bürger mit einem Sternmarsch und einer Kundgebung für Frieden in der Stadt demonstrieren. Der Sternmarsch startet am Donnerstag (17 Uhr) an vier Punkten und trifft an der Oberkirche in der Innenstadt zusammen, wie der Verein „Cottbuser Aufbruch“ ankündigte. Er setzt sich gegen Fremdenfeindlichkeit ein. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird erwartet.

In der Vergangenheit hatten rechte Gruppen den Jahrestag am 15. Februar immer wieder für Aufmärsche genutzt. Dieses Mal wurde bislang keine solche Demo angekündigt, wie die Polizei mit Stand Mittwochvormittag mitteilte. Die schon traditionelle „Cottbuser Aufbruch“-Demo war vor Jahren als Gegenpol zu den rechten Aufmärschen initiiert worden.

Mit dem Sternmarsch, zu dem der Verein rund 2000 Menschen erwartet, soll dieses Mal auch ein friedliches Zeichen nach den geballten Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen in der Stadt gesetzt werden. Der Platz an der Oberkirche, wo die Kundgebung geplant ist, war in der Vergangenheit zudem immer wieder Schauplatz für Demos gegen die Ausländerpolitik der Bundesregierung gewesen. Unter die Teilnehmer mischten sich stets auch Rechtsextreme.

Zuletzt hatte es nach der Gewalt deutlich mehr Zulauf gegeben. Anfang Februar waren es nach Schätzungen von Beobachtern mehr als 2000 Teilnehmer gewesen. Die Veranstalter hatte gar von mindestens 5000 gesprochen.

(dpa/bob)