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| 01:28 Uhr

Cottbuser Krankenhaus-Kooperation besiegelt

Cottbus. Die fachliche Leitung des Labors im Spremberger Krankenhaus ist ans Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum übergegangen. Das bestätigt Kathrin Möbius, die Geschäftsführerin der Spremberger Krankenhausgesellschaft. Trotzdem behalte das Haus sein Labor und auch die acht Mitarbeiter. Von Annett Igel

„Unsere bisherige Chefin ist in Rente gegangen. Ein kleines Krankenhaus, wie wir es sind, kann es sich nicht leisten, extra einen Laborarzt für die Leitung einzustellen“, sagt Kathrin Möbius. Trotzdem bleibe das Labor in Spremberg erhalten.

Die Ärzte entscheiden

Acht Mitarbeiter sicherten vor Ort ab, dass die Testergebnisse, die die Ärzte des Krankenhauses innerhalb von 60 Minuten bräuchten, weiterhin zuverlässig aus dem Spremberger Labor kämen. Was aus Sicht der Ärzte längere Zeit in Anspruch nehmen dürfe, gehe ins labormedizinische Institut des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums. Vormittags, mittags und gegen Abend mache sich ein Fahrer mit den Proben auf den Weg nach Cottbus, sagt Kathrin Möbius. Das brauche im Krankenhaus-Team eine gewisse Zeit der Gewöhnung und verlange auch Disziplin, sagt sie, damit wirklich zu der Zeit, zu der die Fahrer nach Cottbus starteten, alles bereit stehe. „Zudem ist sichergestellt, dass im Notfall auch zwischendurch eine Tour möglich ist“, bestätigt die Krankenhaus chefin.

Vor zwei Jahren, so erklärt Kathrin Möbius weiter, hatte das Krankenhaus damit begonnen, innerhalb der Kooperation mit dem Carl-Thiem-Klinikum auch ein Konzept für das Labor zu erarbeiten. Das bestätigt Dr. Frank Bühling, der Chefarzt des labormedizinischen Instituts des Carl-Thiem-Klinikums. „Die Kooperation hilft in diesem Fall den Sprembergern, ihr Labor langfristig zu erhalten“, sagt Bühling. Zudem seien die 60 Minuten nicht so eng zu nehmen. Hier entschieden wirklich die Ärzte des Krankenhauses, wie schnell sie die Ergebnisse für ihre Patienten benötigten. Zugleich seien alle Beteiligten über moderne Datentechnik verbunden. Was die Labormitarbeiter in Spremberg wie in Cottbus herausfänden, stellten sie den Ärzten schnellstmöglichst per Computer zur Verfügung.

Offen für Praxen

Auch die niedergelassenen Ärzte würden von der Kooperation der beiden Krankenhäuser profitieren, sagt Frank Bühling. Während die ambulanten Praxen bislang mit dem Spremberger Labor nicht zusammenarbeiten konnten, weil dem Krankenhaus für dieses Angebot die Genehmigung fehlte, sei das jetzt mit der Leitung durch Cottbus möglich, denn das Thiem-Labor habe diese Zulassung. Und das gelte nun sowohl für Leistungen im Spremberger als auch im Cottbuser Labor. „Groß Werbung haben wir dafür bisher noch nicht gemacht“, sagt Kathrin Möbius. „Die niedergelassenen Ärzte bräuchten nur an uns heranzutreten“, so Frank Bühling.

Wirtschaftlich gehe es dem Spremberger Krankenhaus mit der Labor-Lösung besser. „Wir haben versucht, es so sozial verträglich wie möglich zu gestalten. Zwei Verträge, die befristet waren, liefen aus. Für acht Labor-Mitarbeiter haben wir den Arbeitsplatz gesichert“, sagt Kathrin Möbius.

Auch die Arbeit der Spremberger Rettungsstelle, die schnell die Ergebnisse beispielsweise von Blutabnahmen bräuchte, sei abgesichert, bestätigt die Geschäftsführerin der Spremberger Krankenhausgesellschaft.