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| 01:27 Uhr

Cottbuser Kollwitzpark soll wieder aufgepeppt werden

Der Cottbuser Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann erklärt den Rundgang-Besuchern, welche Arbeiten im Kollwitz-Park erforderlich sind.
Der Cottbuser Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann erklärt den Rundgang-Besuchern, welche Arbeiten im Kollwitz-Park erforderlich sind. FOTO: Michél Havasi
Knapp zwei Jahrzehnte lang hat sich niemand um die Pflege des Cottbuser Kollwitzparks in Sandow gekümmert. Das ist dem etwa 20 Hektar großen Naherholgungsgebiet auch anzusehen. Es ist völlig verwildert. Dieser Zustand soll jetzt beendet werden. Der Regionalverband Cottbus des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hat sich gemeinsam mit dem Kolkwitzer Naturschutzverein auf die Fahnen geschrieben, den Park wieder aufzupeppen. Von Michél Havasi

„Sowohl optisch als auch ökologisch verliert der Kollwitzpark weiter an Substanz, wenn nicht bald etwas getan wird“ , sagt der Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann. „An einigen Stellen ist der im Park gelegene Teich vom Weg aus kaum noch zu sehen, weil das Ufergelände zugewuchert ist“ , erzählt der Cottbuser während eines Rundgangs durch das Naherholungsgebiet. Auch die Wege müssten dringend wieder hergestellt werden.
Nach Angaben von Harald Wilken vom NABU-Regionalverband wird gegenwärtig vorbereitet, den Park landschaftspflegerisch zu erneuern und die Anlage in Zentrumsnähe aufzuwerten. Sie sei ein wichtiges Erholungsgebiet für die Sandower Bürger. „Wir haben einen ersten groben Ablaufplan für die kommenden Jahre erarbeitet“ , sagt er. Dazu zählten die Wiederherstellung des zugewachsenen Wegenetzes, in dem das Gehölz beseitigt werde. Auch die Wasserflächen sollten wieder sichtbar gemacht und die Altbaumbestände von dichtem Unterwuchs befreit werden, „damit die heimischen Arten wieder gedeihen können“ , erläutert Wilken. Ferner seien noch Sitzbänke für Parkbesucher und Anlagen für die aktive sportliche Erholung vorgesehen. „Bei der Erneuerung des Parks müssen wir aber behutsam vorgehen, denn ein radikaler Schnitt würde der Natur mehr schaden als nützen.“
Wie das Projekt finanziert werden soll, ist allerdings noch unklar. „Es ist keine Pflichtaufgabe der Stadt, und Geld steht dafür auch nicht zur Verfügung“ , sagt der Cottbuser Ordnungsdezernent Lothar Nicht (Linke). Allerdings sei mit dem Rundgang durch den Park das Anliegen auf die Agenda der Stadtverwaltung gerückt worden.
Der Naturschutzbund hatte im Vorfeld angeregt, dass Ein-Euro-Jobber die Arbeiten ausführen könnten. „Damit haben wir auf den alten Sandower Rieselfeldern sehr gute Erfahrungen gemacht“ , sagt Harald Wilken. Mit Säge und Sense seien dort Ein-Euro-Jobber den wild gewachsenen Büschen und Bäumen in den vergangenen elf Monaten erfolgreich zu Leibe gerückt.
Kerstin Micka, Teamleiterin des Cottbuser Jobcenters, sieht allerdings im Kommunal-Kombi-Modell die bessere Alternative. Im Gegensatz zu Ein-Euro-Jobbern seien die Kommunal-Kombi-Stellen für drei Jahre sicher. „Demzufolge wechseln die Teilnehmer nicht so oft, und die Langzeitarbeitslosen müssten nicht ständig neu eingearbeitet werden“ , so Kerstin Micka. Als Träger für die Kombi-Stellen hat sich der Kolkwitzer Naturschutzverein angeboten. „Wir haben bereits Erfahrungen gesammelt“ , sagt der verantwortliche Projektleiter, Jürgen Schlicker. Damit könnten zumindest die Personalkosten gesichert werden. Die Finanzierung der Sachleistungen stehe dagegen noch aus.
„Wichtig ist erst einmal, dass wir eine Grundordnung und Struktur in den Kollwitzpark bekommen, damit das Potenzial des Gebietes nicht noch weiter vergeudet wird“ , sagt Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD). „Über alles Weitere sollten zu gegebener Zeit Gespräche geführt werden.“

Zum Thema Verwilderter Park
  Im Jahr 1970 ist der Käthe-Kollwitz-Park im Cottbuser Stadtteil Sandow angelegt worden.
Das an der Spree gelegene Gelände umfasst etwa 20 Hektar Fläche.
Seit dem Jahr 1980 ist die Parkpflege kontinuierlich zurückgegangen.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen die Wiederherstellung des Wegenetzes , die Freistellung des Altbaumbestandes und der Wiesenflächen sowie die Pflege und Erneuerung von Bruthöhlen.