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| 16:04 Uhr

Cottbuser in der Welt
Cottbuser kocht für den Formel-E-Zirkus

 Chef vom Sebastians in Cottbus kocht für die Formel E.
Chef vom Sebastians in Cottbus kocht für die Formel E. FOTO: privat
Cottbus. Sebastian Drogott gehört zum Küchenteam der weltweiten Rennserie und sammelt kulinarische Inspiration für sein Bistro. Von Peggy Kompalla

Der beste Salat der Stadt. Mit diesem selbstbewussten Werbespruch hat sich das Sebastian’s in Cottbus einen Namen gemacht. Widerspruch gibt es nicht einmal auf Facebook, wo Kommentatoren oft wenig zimperlich und gern voreilig sind. Das Bistro in der Ebertstraße gibt es seit fast sieben Jahren. Seinen Namen teilt es mit Chef Sebastian Drogott. Und der sammelt gerade weltweit neue Ideen für sein Lokal, gehört er doch zum Küchenteam der Formel-E-Rennserie. Die brachte ihn schon nach Saudi-Arabien, Marokko, Chile und Mexiko. Im April folgen Rom und Paris, danach Berlin und Bern. Den Abschluss findet die Rennserie im Juli in New York. Da darf sich die Cottbuser Kundschaft freuen. Dem Chef haben es besonders die Gewürze und Hülsenfrüchte in Mexiko angetan.

Als Sebastian Drogott seinem Team von der Bewerbung erzählt, gibt es keinen Widerspruch. „Alle haben positiv reagiert“, erinnert er sich. Dabei bedeutet es, dass der Chef immer wieder wochenlang für das Bistro ausfällt. Das Vertrauen muss also auf beiden Seiten da sein. Der Geschäftsmann weiß, woran er mit seiner Truppe ist: „Die kriegen das hin.“ Das beweisen sie längst.

Trotz des Nebenjobs bei der Formel E hat Sebastian Drogott für sein Bistro große Pläne. „In diesem Jahr werden wir noch eine neue Theke einbauen“, erzählt er. Beste Gelegenheit, um der Kundschaft dann auch mit einigen kulinarischen Neuerungen zu kommen, die er auf seinen Reisen kennengelernt hat. Nachhaltig beeindruckt hat ihn Mexiko. „Ich will noch viel mehr mit Gemüse experimentieren“, sagt er. „Dazu gehören natürlich auch neue Gewürze.“ Das lateinamerikanische Land hat da vor allem Schärfe in allerlei Variationen zu bieten. „Oh, ja.“ Sebastian Drogott nickt und sagt: „Die Taco-Stände waren einfach sensationell. So etwas will ich unbedingt in Cottbus anbieten.“

 Der Cottbuser Koch Sebastian Drogott ist im Kocheinsatz für die Formel E. Dabei war er auch in Mexiko. Hier ein Blick in die mexikanische Gewürzvielfalt.
Der Cottbuser Koch Sebastian Drogott ist im Kocheinsatz für die Formel E. Dabei war er auch in Mexiko. Hier ein Blick in die mexikanische Gewürzvielfalt. FOTO: Sebastian Drogott

Von dem attraktiven Jobangebot hat der Cottbuser über eine WhatsApp-Gruppe erfahren. „Da kam die Anfrage rein, ich habe meinen Lebenslauf hingeschickt und bekam einen Anruf.“ Seit Dezember 2018 ist er Küchen-Weltreisender. Erste Station war Riad in Saudi-Arabien – mit strengen Auflagen. Nicht nur das Übliche. „Wir mussten alle unsere Tattoos abdecken und uns an Benimmregeln halten.“

Zum internationalen Küchenteam gehören 15 Mann. Allein das sei schon eine gute Lehrstunde – nicht nur fürs eingerostete Englisch. Natürlich teilen die Köche ihre Erfahrungen. Allein deshalb sei der Nebenjob ein Gewinn. Dabei sind die Menüs für die Rennteams viel mehr westeuropäisch geprägt, als es der Cottbuser anfangs erwartet hatte. „Die jeweils einheimischen Einflüsse sind eher Beiwerk“, bedauert er. Für den Rennbetrieb kommen demnach viel Fleisch und Nudeln auf den Tisch. „Alles, was lange Energie spendet“, sagt Sebastian Drogott. Das Küchenteam schafft ordentlich, schließlich müssen sie mehrere Tage lang 500 bis 800 Leute satt bekommen.

Für die Köche sind die Ausflüge viel mehr als nur eine Abwechslung. Für sie gehören Pyramiden und alte Gemäuer genauso zu den Sehenswürdigkeiten wie die Märkte und Essensstände in den verschiedenen Ländern. Wegen der strengen Einfuhrbestimmungen nach Europa kann der Cottbuser kaum exotische Lebensmittel mit in die Heimat bringen. Einen Hummer aus Chile hat er aber mitgebracht. Das Krebstier ziert als Tattoo seinen rechten Unterarm.