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Cottbuser Kinderzimmer schließt

Cottbus. Fast zehn Jahre lang hat das Cottbuser Kinderzimmer im zweiten Obergeschoss der Galeria Kaufhof Kinderbetreuungsangebote in der Stadt ergänzt. Jetzt ist die Einrichtung des Lokalen Bündnisses für Familie Geschichte. Ulrike Elsner

Darüber informiert die Leiterin des Frauenzentrums, Hanka Lindner. Gründe dafür sieht sie im Wegfall geförderter Arbeitsplätze, vor allem aber in der drastisch gesunkenen Nachfrage.

"Während wir in guten Zeiten 270 Kinder pro Monat betreut haben, waren es in letzter Zeit zwischen 60 und 90", sagt Hanka Lindner. In diesem Jahr ist die Kinderzahl erneut zurückgegangen - auf 54 im Januar und 34 im Februar. Das sei vor allem auf die zahlreichen anderen Betreuungsangebote in der Stadt zurückzuführen, sagt die Chefin des Frauenzentrums. "Der Cottbuser Ferienkalender ist von Jahr zu Jahr dicker geworden", so Hanka Lindner. Der Betreuungsbedarf in den Kitas sei zu 100 Prozent gesichert. Auch das Haus der Familie habe gern genutzte Alternativen geschaffen.

Weder Plakataktionen noch neue Flyer mit Informationen über das Cottbuser Kinderzimmer konnten den Rückgang der Besucherzahlen aufhalten. "Wir möchten dennoch allen Eltern, die unser Angebot genutzt haben, für ihr Vertrauen danken", sagt die Leiterin des Frauenzentrums.

Mit dem Cottbuser Kinderzimmer stand Eltern eine kurzfristige Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung, wenn sie in Ruhe Einkäufe erledigen, an einer Weiterbildung teilnehmen, ein Bewerbungsgespräch, einen Behördengang oder Arzttermin wahrnehmen wollten.

Geleitet wurde das Kinderzimmer stets von einer pädagogischen Fachkraft. Allerdings waren laut Frauenzentrum bis zu fünf Mitarbeiter nötig, um die Öffnungszeiten abzusichern, die mit denen von Galeria Kaufhof identisch waren. Das bedeutete, dass das Kinderzimmer auch an verkaufsoffenen Sonntagen geöffnet hatte. "Zum Schluss konnten wir das personell nicht mehr absichern, weil immer mehr Förderprogramme ausgelaufen sind", so Hanka Lindner.