| 02:34 Uhr

Cottbuser Kinder präsentieren pfiffige Ideen

Cottbus. Eine Telefonnummer, um defekte Spielgeräte zu melden. Mehr Schülerlotsen in der Stadt. Günstigeres und vor allem gesundes Schulessen. Das sind drei Ideen, die während der Cottbuser Kinderkonferenz geboren wurden. Sven Hering

Große Hoffnungen hatte Marianne Materna an die zweite Kinderkonferenz in der Stadt geknüpft. Vor allem nachhaltig sollten die Projekte sein, erklärte die Kinder- und Jugendbeauftragte im Vorfeld. In ihrer ersten Bilanz zeigt sich Marianne Materna nun zufrieden. "Es gab viel positive Resonanz. Doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst", betont sie.

Damit Kinder in Cottbus ihre Stadt aktiv mitgestalten können, hatte die Kinder- und Jugendbeauftragte die Kinderkonferenz mitinitiiert. Während die erste Konferenz im Jahr 2013 noch für die Sechs- bis Zwölfjährigen organisiert wurde, waren die Kinder bei der zweiten Auflage von Anfang an in die Planung und Organisation der Veranstaltung eingebunden. Zehn Kinderexperten begleiteten die 120 Delegierten aus den Cottbuser Grundschulen durch den Tag. Arbeitsgruppen wurden gebildet. Gemeinsam mit sachkundigen Erwachsenen entwickelten die Kinder dann Ideen.

Einige davon lassen sich unkompliziert umsetzen. So wünschen sich die Kinder, dass auf den Spielplätzen in der Stadt Telefonnummern mit Ansprechpartnern in der Verwaltung angebracht werden. Sollte ein Gerät defekt oder der Spielplatz verdreckt sein, könnten Kinder oder ihre Eltern darüber die Rathaus-Mitarbeiter informieren.

Für andere Ideen braucht es einen längeren Atem. Deshalb sollen dafür Arbeitsgruppen gebildet werden. Beispiel Schulessen. Gesünder, kindgerechter und günstiger soll die tägliche Mahlzeit sein. Der Tee sei oftmals noch zu süß. Obst und Gemüse müssten öfter auf den Tisch. Mit diesen Fragen will sich eine Gruppe aus Schülern, Lehrern, Eltern, Kommunalpolitikern und Rathausangestellten beschäftigen. Eine andere Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel, deutlich mehr Verkehrshelfer an Cottbuser Schulen zu installieren. Bislang gibt es nämlich gerade mal an zwei Schulen in der Stadt Schülerlotsen. Dabei ist das Interesse, sich um einen sicheren Schulweg zu kümmern, sehr viel größer. Das zeigte eine spontane Befragung während der Konferenz.

Post wird in den nächsten Wochen der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) bekommen. Die Kinder wünschen sich darin vom Rathauschef, dass vor den Schulen noch häufiger geblitzt wird. Außerdem wollen sie, dass an Grundschulen und Kitas Geschwindigkeitsanzeigen angebracht werden.

Andere Ideen klangen zwar ebenfalls interessant, scheitern aber - vorerst - noch an der technischen Machbarkeit. So wünschten sich die Kinder einen Roboter, der laut Alarm schlägt, wenn jemand in seinem Umfeld die Umwelt verschmutzt.

Bis zum Schuljahresende will Marianne Materna Klarheit darüber haben, welche Themen weiter verfolgt werden sollen. Dann benötigt sie vor allem die Unterstützung der Kommunalpolitiker. Einige von ihnen waren als Paten bereits bei der Kinderkonferenz im Einsatz und zeigten sich begeistert. Um weitere Mitstreiter wird die Kinderschutzbeauftragte Ende Mai werben. Dann darf sie vor der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung sprechen.