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| 15:49 Uhr

Cottbuser Kickboxer hat Verein und Öffentlichkeit offensichtlich belogen

Sieht sich zu Unrecht rechtsradikaler Kontakte verdächtigt: der Cottbuser Kickboxer Mario Schulze. Foto: Koziol/jki1
Sieht sich zu Unrecht rechtsradikaler Kontakte verdächtigt: der Cottbuser Kickboxer Mario Schulze. Foto: Koziol/jki1 FOTO: Koziol/jki1
Cottbus. Der Cottbuser Kickboxer Mario Schulze, der am Samstagabend einen Europameisterschaftskampf gewann, hat kurz vorher seinen Verein und die Öffentlichkeit offensichtlich über seine Verstrickung ins rechtsextreme Milieu belogen. sim

Am Freitagnachmittag hatte er in einem Pressegespräch versichert, das T-Shirt einer Hitler-Gedenkfahrt nach Mallorca im Mai 2011 nie getragen zu haben. Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft Dresden, die gegen Mario Schulze und den 17 weiteren Mitgliedern der Gruppe Strafbefehle wegen Volksverhetzung beantragte, die auch erlassen wurden. "Laut Strafbefehl ergibt sich, dass er das Shirt bei der Ausreise nach Spanien am Dresdener Flughafen an hatte", bestätigt Jan Hille, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dresden der RUNDSCHAU. Hille bestätigt auch, dass laut Strafgesetzbuch der Tatbestand der Volksverhetzung nur gegeben ist, wenn entsprechende Äußerungen in Wort oder Schrift "öffentlich erkennbar" seien.

Schulzes Verein, das Kickbox-Team Cottbus (KBTC) hatte am Freitag noch eine Ehrenerklärung für ihren Spitzenkämpfer abgegeben. Vereinschef Steve Beier hatte versichert, dass der Verein Schulzes Darstellung glaubt und ihm weiterhin vertraue.

Vor einem Dreivierteljahr hatte bereits ein anderer Spitzenkämpfer des KBTC wegen der Teilnahme an der Hitler-Gedenkfahrt den Verein verlassen müssen. Nach RUNDSCHAU-Recherchen soll es einen weiteren Sportler geben, der für den KBTC antritt und in das rechtsextremistische Milieu verstrickt ist.