ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 21:37 Uhr

Cottbuser Kickbox-Team stellt sich vor Schulze

Sieht sich zu Unrecht rechtsradikaler Kontakte verdächtigt: der Cottbuser Kickboxer Mario Schulze. Foto: Koziol/jki1
Sieht sich zu Unrecht rechtsradikaler Kontakte verdächtigt: der Cottbuser Kickboxer Mario Schulze. Foto: Koziol/jki1 FOTO: Koziol/jki1
Cottbus. Vor der Kickboxnacht am heutigen Samstag in Cottbus gab sein Verein eine Ehrenerklärung für den wegen rechtsextremer Kontakte belasteten Boxer Mario Schulze ab. Der sei Vorbild und zu Unrecht rechtsextremer Kontakte verdächtig. Simone Wendler

. Bei einer Pressekonferenz des Kickbox-Teams Cottbus nahm der Verein am Freitagnachmittag seinen wegen rechtsextremer Verbindungen belasteten Spitzen-Kämpfer Mario Schulze demonstrativ und offensiv in Schutz. Vereinspräsident Steven Beier sprach von "offensichtlich falschen Vorwürfen" und bezeichnete Schulze als Vorbild, der täglich Werte wie Toleranz und Demokratie lebe.

Durch eine Anfrage der Stadt Cottbus beim Verfassungsschutz Brandenburgs war in dieser Woche erst bekannt geworden, dass Schulze im Mai 2011 zu einer 18-köpfigen Reisegruppe aus der Lausitz gehörte, die mit Hitler verherrlichenden T-Shirts nach Mallorca geflogen war.

Alle erhielten Strafbefehle wegen Volksverhetzung, darunter auch Markus W., ein weiterer Boxer vom Kickbox-Team Cottbus. Der wehrte sich dagegen und wurde vom Amtsgericht Dresden im Dezember 2011 verurteilt. Daraufhin musste er den Verein verlassen.

Dessen Präsident Beier versicherte am Freitag, dass rechtsextremes Gedankengut im Verein keinen Platz habe. Mario Schulze habe einen schweren Fehler gemacht, dass er sich nicht früher im Verein über seine Beteiligung an dieser Reise und den Strafbefehl offenbart habe.

Dafür und für den "Vorfall" entschuldigte sich der Spitzenkämpfer des Vereins auf der Pressekonferenz auch persönlich. "Ich bin für Demokratie und Toleranz", sagte er und versicherte: "Ich hatte dieses T-Shirt definitiv nie an." Brandenburgs Sicherheitsbehörden haben daran erhebliche Zweifel.

Nach ihrer Auskunft waren zwei Drittel der Beteiligten an der Hitler-Gedenkfahrt im Mai 2011 als Rechtsextremisten bekannt. Drei Monate später sei Mario Schulze Gast einer Feier im Raum Cottbus gwesen, die von der Polizei aufgelöst wurde. Unter den etwa 40 Anwesenden waren nach Angaben des Innenministeriums ebenfalls zahlreiche Angehörige der rechtsextremen Szene. Auf eine Frage zu diesem Treffen antwortete Schulze: "Dazu möchte ich nichts sagen."