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| 01:30 Uhr

Cottbuser Jugendhilfeplan erneut auf Beratungstisch

Cottbus. Nach dem Streit im Jugendhilfeausschuss ist der Zeitplan für die Cottbuser Jugendhilfeplanung kaum noch zu halten. Die freien Träger der Wohlfahrt, die die praktische Arbeit in der Stadt leisten, hatten ihr Veto eingelegt, weil sie sich nicht ausreichend beteiligt fühlten (die RUNDSCHAU berichtete). Jan Selmons

Doch trotz aller kontroversen Diskussionen sieht Eberhard Richter (Die Linke/Foto) die Jugendhilfeplanung für Cottbus „auf dem Weg“. Zwar sei der Entwurf zurück in die parlamentarischen Beratungsgremien verwiesen worden, doch er stehe im Juni wieder auf der Tagesordnung, kündigt der Vorsitzende des Cottbuser Jugendhilfeausschusses an Er sagt: „Ich bin überzeugt davon, dass es so vielen engagierten Leuten gelingen wird, im Sinne der Kinder und Jugendlichen eine gemeinsame Sprache zu finden.“

Der Streit um die angemessene Beteiligung der Betreiber von Jugendhilfeeinrichtungen (freie Träger) bei der Jugendhilfeplanung war während der jüngsten Ausschuss-Sitzung eskaliert. Über die Auslegung eines Gesetzes zur Beteiligung der freien Träger herrschen unterschiedliche Meinungen. Richter sieht die freien Träger im Verfahren angemessen beteiligt, während sich die Betreiber der Jugendhilfeeinrichtungen übergangen fühlen.

Als äußerst problematisch empfindet Richter jedoch den Zeitdruck in der Planung. Das werde, so Richter, immer wieder gegenüber der Stadtverwaltung kritisiert. Der Ausschuss-Vorsitzende sieht das von der Firma My & Partner erstellte Gutachten in der Kritik, sagt jedoch: „Zu den vehementesten Kritikern gehört ein Träger, der die Mitarbeit daran verweigert hat.“

Dieser Vorwrf richtet sich gegen Jörn Meyer (Foto) von der Jugendhilfe Cottbus. Er erklärt: „Die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, der Stadtverwaltung, den freien Trägern und den Erstellern des Gutachtens, ist zu bemängeln.“ Die Jugendhilfeplanung sei nicht mit den freien Trägern erstellt worden. Sie enthalte jedoch zumindest „viele Gedanken, welche einer Betrachtung würdig sind“.

Meyer erklärt: „Viele Träger, so auch wir, empfinden durch die mangelnde Mitwirkungsmöglichkeit deutlich einen Demokratieverlust.“ Das sei nicht immer so gewesen, sagt der Chef der Cottbuser Jugendhilfe. Erst ab dem Jahr 2005 sei ihre Arbeit ohne Begründung vom Tisch genommen worden.