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| 08:27 Uhr

Aus dem Gerichtssaal
Kokainprozess führt zu sechsjähriger Haft

 Zwei Monate dauerte ein Prozess am Landgericht Cottbus, bei dem ein 45-Jähriger wegen Drogenhandels angeklagt war,
Zwei Monate dauerte ein Prozess am Landgericht Cottbus, bei dem ein 45-Jähriger wegen Drogenhandels angeklagt war, FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Das Landgericht Cottbus hat einen 45-jährigen Mann wegen Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Haftstrafe verurteilt. Aussagen von Ermittlern deuten auf ein weit verzweigtes Drogen-Netzwerk hin.

Das Landgericht hat einen 45-jährigen Mann aus Cottbus wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Zwei Monate dauerte der Prozess um den Angeklagten Ronny N. Laut Anklageschrift hatten Polizeibeamte in seiner Wohnung mehr als 200 Gramm Kokain gefunden, weitere Drogen wie Haschisch und 5121 Euro in bar. Auf seinem Couchtisch habe ein Springmesser gelegen.

Ronny N. hatte das Kokain in einem Flurschrank aufbewahrt, wie er selbst vor Gericht einräumte. Nach seinen Worten wollte er es allerdings nur für einen Freund aufbewahren: „Er hatte mir als Gegenleistung für das Einlagern zugesichert, mich am Kokain im Eigenbedarf bedienen zu können“, teilte er in einer persönlichen Erklärung mit.

Allerdings deuteten die Aussagen von Ermittlern auf ein weit verzweigtes Netzwerk hin. Ihre Spur führte von einem Crystal-Labor in Dresden über eine Ferienwohnung in Finsterwalde bis zum Einbauschrank in Cottbus. So habe der besagte Freund des Angeklagten namens Tino  L. in Dresden drei Kilogramm Crystal erhalten. Als das Labor aufflog, tauchte er in einer Ferienwohnung in Finsterwalde unter, besuchte Ronny N. jedoch mehrmals in dessen Cottbuser Wohnung, wie eine Observation ergab.

Wohnung von Ronny N. in Cottbus durchsucht

Im Januar 2019 hoben Beamte die Ferienwohnung von Tino L. in Finsterwalde aus. Dabei entdeckten sie 150 Gramm Kokain, 900 Ecstasy-Tabletten, zwölf Gramm Crystal und 170 000 Euro in bar.

Ebenfalls im Januar 2019 durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung von Ronny N. in Cottbus, nachdem sie ihn monatelang observiert und sein Telefon überwacht hatten. Das Landgericht in Dresden verurteilte den 30-jährigen Tino L. daraufhin zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten, wie Pressesprecher Thomas Ziegler mitteilte.

Der 45-jährige Ronny N. aus Cottbus muss sich neben der sechsjährigen Haftstrafe wegen seines Drogenkonsums in eine Entziehungsanstalt begeben. Im Prozess sagte ein 44-jähriger Zimmermann aus, für den Ronny N. gearbeitet hatte. „Die ersten Jahre war bei ihm Motivation da“, erklärte der Zeuge vor dem Landgericht. „Dann hat sie nachgelassen. Er hat früh verschlafen und auf Arbeit nicht mehr die Leistung gebracht.“

Der Zimmermann habe geahnt, dass Betäubungsmittel dabei eine Rolle spielten, aber es nicht wirklich gewusst. „Kennengelernt hatte ich ihn als zuverlässigen Menschen“, sagte er über Ronny N. „Das änderte sich im letzten halben Jahr, in dem er bei mir arbeitete.“