Die Stadt ist wieder im Kommen. Das spüren nicht nur die Metropolen wie Berlin, Potsdam und Dresden, sondern auch Cottbus. Zwar sind die Wohnungen in der Lausitz noch lange nicht knapp. Aber in bestimmten Segmenten herrscht eine solch starke Nachfrage, dass die Preise nach oben schnellen. Wo also kann man sich das Wohnen noch leisten? Und wie teuer sind Mieten und Immobilienkaufpreise im Verhältnis zu den Einkommen vor Ort? Dieser Frage ist das Internetportal Immobilienscout24 nachgegangen und hat seine Wohnungsinserate bundesweit entsprechend ausgewertet und den Erschwinglichkeitsindex errechnet. Dabei werden Kaufkraft pro Haushalt und Wohnkosten ins Verhältnis gesetzt.

Demnach müssen Cottbuser im Durchschnitt 14 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden. Das ist spürbar mehr als in den benachbarten Landkreisen Spree-Neiße mit zehn und Elbe-Elster mit knapp elf Prozent. Für Oberspreewald-Lausitz gibt es keine Angaben. Während die Kosten in Cottbus im Vergleich zum Jahr 2012 relativ stabil geblieben sind, steigen die Ausgaben fürs Wohnen in den Regionen mit Anschluss zum Berliner Speckgürtel wie im Landkreis Dahme-Spreewald (siehe Grafik).

In Cottbus ist der Wohnungsmarkt zweigeteilt, erklärt Mieterbundchefin Kerstin Kircheis. Auf der einen Seite seien die sanierten Plattenbauwohnungen, auf der anderen die Altbauwohnungen und Neubauten in der Stadtmitte. Bei letzteren sei die Nachfrage größer als das Angebot. "Das treibt die Preise natürlich in die Höhe." Dagegen gebe es im Plattenbaubestand Angebote in allen Preissegmenten. Bislang seien in Cottbus rund 9000 Wohnungen abgerissen worden. "7500 sind im Neubau geplant. Ein großer Teil ist schon wieder da." In der Stadt bewegten sich die Quadratmeterpreise zwischen knapp unter vier bis über sechs Euro. "In Cottbus ist alles drin", so die Mieterbundchefin.

Allerdings gebe es einige Stadtteile, wo es schwer ist, überhaupt noch freie Wohnungen zu bekommen. Was ebenfalls den Preisdruck erhöhe. So liege etwa neben der Stadtmitte in der Spremberger Vorstadt der Leerstand bei fast null Prozent. Ähnlich verhalte es sich in zentrumsnahen Teilen von Ströbitz und Sandow.

Dagegen kämpfen Vermieter in einigen Teilen von Spree-Neiße mit unkonventionellen Mitteln, um Mieter zu finden, berichtet Kerstin Kircheis. So habe etwa ein Jänschwalder Unternehmen Neumietern die ersten drei Nettokaltmieten geschenkt. "Ein anderer Vermieter im Landkreis hat zum Mietvertrag sogar eine Mallorca-Reise draufgepackt."