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Galerie Haus 23
Haus 23 plant Abgang mit Pauken

Manfred ReuterDer Künstler Manfred Reuter hat sich der runden Form zugewandt. Foto: Elsner  Manfred Reuter hat sich der runden Form zugewandt. Foto: Elsner
Manfred ReuterDer Künstler Manfred Reuter hat sich der runden Form zugewandt. Foto: Elsner Manfred Reuter hat sich der runden Form zugewandt. Foto: Elsner FOTO: Elsner
Cottbus. Kulturförderverein hat will die Galerie Haus 23 schließen. Anspruchsvolle Ausstellungsprojekte bis zum Finale im Herbst 2019.

Die Tage des Hauses 23 in der Cottbuser Marienstraße sind gezählt. Die Galerie, die im Jahr 1989 in Privatinitiative gegründet wurde und heute vom Kunst- und Kulturförderverein Cottbus als Ort für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst betrieben wird, soll im Herbst 2019 schließen. Darüber informiert der Vereinsvorsitzende Manfred Reuter. Elf Ausstellungen soll es bis dahin noch geben.

Die erste in dieser Reihe wird am Freitagabend eröffnet. Chris Hinze und Berit Mücke stellen aus. Der gebürtige Cottbuser hat sich sowohl als Mitglied der Band Sandow als auch als Bildender Künstler einen Namen gemacht. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Potsdam. Die Leipziger Künstlerin Berit Mücke stellt Malerei aus.

Auch das weitere Programm steht in groben Zügen bereits fest. Im März/April 2018 zeigt der Cottbuser Künstler Matthias Körner Malerei, Fotoarbeiten und Film. Dem Berliner Fotografen Alexander Janetzko sind der Mai und Juni gewidmet. Für Juli/August 2018 ist die Gruppenausstellung „Gebrochene Landschaft“ mit dem Cottbuser Fotografen Thomas Kläber geplant.

Auch der Tag der Galerieschließung steht fest: Es ist der 15. September 2019. Auf den Tag genau 30 Jahre zuvor war die Galerie eröffnet worden. Am Jubiläumstag soll die große Abschlussgruppenausstellung von 30 Künstlern, kombiniert mit einer Dokumentation „30 Jahre Galerie Haus 23“ mit einer Finissage zu Ende gehen.

„Die Galerie ist 1989 mit dem Anspruch angetreten, eine Alternative zu den Staatlichen Kunstsammlungen der DDR zu sein“, erinnert sich Manfred Reuter, einer der Mitbegründer. „Aber heute“, so Reuter, „sind wir bestenfalls eine Ergänzung zum Kunstmuseum.“ Anfangs habe es eine große Aufbruchstimmung gegeben. Doch schon Ende der 90er-Jahre seien die Frage nach dem „Wie weiter“ immer drängender und die finanzielle Situation immer schwieriger geworden. Der Kunst- und Kulturförderverein übernahm die Regie und gab Nachwuchskünstlern ein Forum. So vergaben Verein und Sparkasse Spree-Neiße alljährlich einen Jugend-Förderpreis für Bildende Kunst.

Für Matthias Körner vom Förderverein liegen die Gründe für das Galerie-Ende auf der Hand: „Unsere Mannschaft ist in die Jahre gekommen. Und es ist uns nicht gelungen, Nachwuchs zu finden, der die Galerie weiterführt.“ Außerdem sei das Besucherinteresse stark rückläufig und stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand. Das Jubiläum sei Anlass, Platz für etwas Neues zu machen.

Doch zuvor dürfen sich die Kunstfreunde auf knapp zwei Jahre reger und anregender Ausstellungstätigkeit freuen. Ob steigender Zuspruch den Entschluss der Vereinsmitglieder ins Wanken bringen kann? „Das ist ausgeschlossen“, sagt Matthias Körner.