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Cottbus
Haarige Entdeckungsreise

Die Cosmoprof ist eine internationale Kosmetikmesse und findet jährlich zum Jahresende in Hongkong statt.
Die Cosmoprof ist eine internationale Kosmetikmesse und findet jährlich zum Jahresende in Hongkong statt. FOTO: Fabio Mantovani / Cosmoprof
Cottbus. Mandy Sprejz aus Cottbus  sammelt Erfahrungen für ihr Friseurgeschäft in der ganzen Welt Von Marion Hirche

Mandy Sprejz sitzt auf gepackten Koffern. Am 30. Dezember startet sie mit ihrem Freund in den Urlaub. Es geht nach Südafrika. Allerdings wird die Cottbuser Unternehmerin nicht nur dieses wunderbare Land erkunden, sondern sie will auch Gutes tun. Im Gepäck der Friseurmeisterin sind mobile Trockenhauben, Färbepinsel, Haarschmuck, Glätteisen und Friseurbücher. „Das sind Geschenke für eine Friseurschule im Armenviertel von Kapstadt. Dort  werden junge Leute aus armen Familien zum Friseur ausgebildet. Seit  Wochen stehe ich mit Rolf, dessen Eltern aus Deutschland stammen in Kontakt. Er hat mir die Wünsche übermittelt und ich habe Vieles zusammengetragen. Jetzt werde ich es dort übergeben und endlich Rolf, mit dem ich bisher nur geschrieben habe, kennenlernen“, erklärt Mandy Sprejz.   Zu helfen, das ist eine der Prämissen, die die junge Frau hat.  Sie ist auch neugierig auf das Heim für geistig Behinderte, in dem der südafrikanische Rolf jede Woche einmal kostenlos Bewohner frisiert. Sie will auch hier unterstützen.

Eigentlich hat sie die Koffer gar nicht richtig ausgepackt, denn sie ist  gerade erst aus Hongkong wieder gekommen. Hier hat sie eine der größten Friseurmessen der Welt besucht. Zusammen mit Friseurmeisterin Jeanette Anger aus  Neukirch haben sie sich nach Neuigkeiten umgeschaut und haben etwas Entscheidendes festgestellt: „Es gibt keine reinen Friseurmessen mehr, dass Thema  Schönheit wird immer ganzheitlich betrachten. Auch in Hongkong gab es lediglich zwei Hallen mit Friseurideen und –bedarf, aber viel mehr Hallen mit Kosmetik, Gesichts- und Körperpflege“, berichtete die Cottbuserin und  kennt den  stärker gewordenen Wunsch nach jugendlichem Aussehen als Motiv auch von ihrer Tätigkeit in ihrem Salon.

Viele Frisuren-und Farbtrends, sowie Schnitttechniken, die auf der Messen gezeigt wurden,  sind auch in Deutschland jetzt angesagt. Aber einige Produkte faszinierten  die  Cottbuserin dann doch: „Wir haben ein Masken-Gel entdeckt, Gold-Masken, die sehr schnell jedes Gesicht erstrahlen lassen. Diese Masken sind einfach und schnell zu nutzen. Die werde ich in Zukunft bei mir im Salon anbieten. Passend zu den Goldmasken habe ich mir auch gleich einen goldenen Föhn, einen goldenen Kamm und eine goldene Schere zugelegt. Das aber wohl mehr für mein persönliches Wohlbefinden.“ Das sehr effektive Fettverbrennungsgerät hat sie begeistert, aber wegen des hohen Preises hat sie dieses nicht gekauft.  Auch eine Farbtubenaufhängung und Farbwaben zur Nutzung beim Färben mit verschiedenen Tönen hatte Mandy Sprejz auf der Rückreise im Gepäck.

Hinzu kommt ihre Erfahrung, wie eine Kollegin von ihr in Hongkong arbeitet. Janine Cheung mit deutschen Wurzeln hat  Mandy Sprejz durch einen Kollegen kennengelernt und hat sie in Hongkong in deren Salon besucht: „Der Haarwaschraum war hier sehr abgedunkelt, sodass der Kunde wirklich entspannen kann. Für jeden Mitarbeiter, die  alle nicht fest angestellt sind, gibt es ein Trinkgeldschubfach. Das fand ich interessant. Alle Friseure kommen nur zwei bis drei Tage in der Woche hier arbeiten und sind sonst in anderen Geschäften oder sogar Berufen tätig.“

Mandy Sprejz sieht im Sammeln von Erfahrungen auf der ganzen Welt einen Gewinn für ihre Kunden in Cottbus und für das neue Jahr hat sie einen Wunsch: „Ich würde mich freuen, wenn alle Menschen  mehr positiv denken und mitmachen, denn wer sich nicht bewegt, der wird auch nichts bewegen.“

Die Cottbuser Friseurrmeisterin Mandy Sprejz (rechts) hat  in Hongkong eine der größten Friseurmessen der Welt besucht und dort Erfahrungen für ihre Arbeit gesammelt.
Die Cottbuser Friseurrmeisterin Mandy Sprejz (rechts) hat  in Hongkong eine der größten Friseurmessen der Welt besucht und dort Erfahrungen für ihre Arbeit gesammelt. FOTO: privat